Katalonien - Bruder besuchte Separatisten zum Sterben im Exil

Barcelona/Leuven (APA) - Wie der Unabhängigkeitsprozess nicht nur die katalanische Gesellschaft spaltet, sondern auch das Leben vieler Famil...

Barcelona/Leuven (APA) - Wie der Unabhängigkeitsprozess nicht nur die katalanische Gesellschaft spaltet, sondern auch das Leben vieler Familie zerstört, bekam am Dienstag der seit Oktober im Exil lebende katalanische Politiker Toni Comin hart zu spüren.

Sein todkranker Bruder Pere Comin musste zusammen mit seinen Schwestern und seiner Mutter bis ins belgische Leuven reisen, um seinen Bruder ein letztes Mal zu sehen. Pere starb dort am Dienstag im Kreise seiner Familie.

Toni Comin flüchtete im Oktober vor der spanischen Justiz, die ihn für seine Beteiligung an der Durchführung des illegalen Unabhängigkeitsreferendums im vergangenen Herbst wegen Rebellion und Veruntreuung öffentlicher Gelder den Prozess machen will. Aus diesem Grund konnte der katalanische Gesundheitsminister der ehemaligen separatistischen Regierung von Regierungschef Carles Puigdemont nicht ans Sterbebett seines Bruder nach Katalonien kommen.

„Heute ist das Exil noch ungerechter als gestern. Eine Umarmung für Dich und Deine Familie“ schrieb Puigdemont auf Twitter. Der Ex-Regierungschef befindet sich ebenfalls im belgischen Exil, in Waterloo. Unterdessen gab Kataloniens aktueller Ministerpräsident Quim Torra auf Twitter bekannt: „Die Härte des Exils vereint sich mit der Härte des Lebens.“

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