Festspiele Erl: Künstlerinnen klagen in Brief sexuelle Übergriffe an

Erl (APA) - In der Causa Festspiele Erl gibt es einen Paukenschlag: Fünf ehemalige Künstlerinnen klagen in einem offenen Brief sexuelle Über...

Erl (APA) - In der Causa Festspiele Erl gibt es einen Paukenschlag: Fünf ehemalige Künstlerinnen klagen in einem offenen Brief sexuelle Übergriffe bzw. Missbrauch durch den künstlerischen Leiter, Gustav Kuhn, an. Sie sprechen von „anhaltendem Machtmissbrauch und sexuellen Übergriffen“ durch Kuhn während ihres Engagements.

Es ist zum ersten Mal, dass sich Künstler namentlich an die Öffentlichkeit wenden. Bis dato gab es lediglich anonyme Vorwürfe. In punkto Übergriffen schreiben die aus dem Ausland stammenden Musikerinnen: „Auch einige von uns waren solchen ausgesetzt: unerwünschtes Küssen auf den Mund oder auf die Brust, Begrapschen unter dem Pullover, Griff zwischen die Beine etc., von obszöner verbaler Anmache ganz zu schweigen. Immer wieder wurden die Grenzen der persönlichen Würde und des Respekts uns gegenüber missachtet und überschritten. Regelmäßig waren wir der ungehemmten Aggression des künstlerischen Leiters ausgesetzt“.

„Massive seelische Gewalt in Form von Mobbing, öffentlicher Bloßstellung, Demütigung und Schikane“ seien auf der Tagesordnung gestanden. „Wer den Spielregeln nicht folgte, wurde mit Repressalien und Ausgrenzung bestraft: Versprochene Rollenaufträge und Verträge wurden zurückgezogen, die zuvor gelobte Leistung war plötzlich nichts mehr wert oder wurde coram publico ins Lächerliche gezogen, um nur einige Beispiele zu nennen“, klagten die Frauen an.

Die Künstlerinnen zeigten sich empört, dass „trotz der allseits bekannten Faktenlage die notwendigen Konsequenzen noch immer auf sich warten lassen, sowohl vonseiten der Präsidentschaft der Festspiele als auch vonseiten der zuständigen Politik“. Die unangemessene Art, wie auf das Ansprechen der Zustände bei den Festspielen reagiert worden sei, habe es ihnen unmöglich gemacht, länger über ihre eigenen Erfahrungen zu schweigen.


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