Novak: Vom Sandstrand auf die Kizbüheler Asche

Sein bis dato stärkstes Jahr will Tennis-Ass Dennis Novak bei den Generali Open krönen. Mit Dominic Thiem jagt der 24-Jährige wohl den Doppel-Titel.

Nach dem Erfolgslauf in Wimbledon soll Dennis Novak in Kitzbühel an das Erreichte anknüpfen.
© gepa

Von Roman Stelzl

Innsbruck — Das Gespräch mit Tennis-Spieler Dennis Novak beginnt mit einem Rätsel. Einem kniffligen obendrein. „Sebastian Ofner gewann 2016 das Future in Innsbruck, schaffte es 2017 in Wimbledon mit fünf Siegen in Runde drei, bekam für die Generali Open eine Wildcard und erreichte das Halbfinale — Dennis Novak gewann 2017 das Future in Innsbruck, schaffte es 2018 in Wimbledon mit fünf Siegen in Runde drei, bekam für die Generali Open eine Wildcard und erreicht ..."

Kurze Pause. Novak schmunzelt. „Wenn ich das wüsste, wäre ich sehr gut", setzt der 24-jährige Niederösterreicher nach. Er lässt das Rätsel ungelöst, sein Tennis wird beim ATP-Turnier (ab Montag) die beste, zugleich einzige Antwort liefern.

Die Parallelen zu Ofners Geschichte aus dem Vorjahr klingen verlockend. Aber es ist nur Statistik-Spielerei. Zumindest vorerst. „Sicher motivieren mich Ofis Erfolge in Kitzbühel. Aber das ist eine ganz andere Geschichte, das kann man nicht vergleichen", ergänzt Novak.

Und dennoch: Auch der langjährige Freund und Trainingspartner von Dominic Thiem gewöhnt sich immer mehr an den Erfolg: Im Jänner meisterte der 1,83 Meter große Neufelder in Australien erstmals eine Grand-Slam-Quali, in Wimbledon ließ Novak fünf Siege auf Rasen folgen, schlug Lucas Pouille (FRA), forderte Kanadas Riesen Milos Raonic bis an dessen Grenzen.

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ATP-Turnier in Kitzbühel - Programm

Samstag: 11 Uhr: Spielstart Qualifikation. 12 Uhr: Offizielle Auslosung, Sportpark Kitzbühel.

Sonntag: 11 Uhr: Spielstart Qualifikation. 14 Uhr: TTV Kids Alpen Challenge.

Montag: Kitz4Kids Day: 11 Uhr: Spielstart 1. Runde.

Dienstag: Babsi Schett Ladies Day: 11 Uhr: Spielstart 1. Runde.

Mittwoch: 11 Uhr: Spielstart Achtelfinale.

Donnerstag: 11 Uhr: Spielstart Viertelfinale.

Freitag: 11 Uhr: Spielstart: Semifinale.

Samstag: 11.30 Uhr: Doppel-Finale. 14 Uhr: Einzel-Finale.

Der Lohn: rund 192.000 Euro Preisgeld, Rang 137 in der Weltrangliste trotz einiger schlechter Turniere. Und eine Formkurve, die steil nach oben zeigt. „Es war ein sehr gutes Jahr. Einen Schlüsselmoment in Wimbledon gab es nicht. Ich habe mich wohlgefühlt, Spaß gehabt — dann ist die dritte Runde rausgekommen", erklärt Novak, der in der Gamsstadt 2016 sein erstes World-Tour-Spiel gewann.

Der Erfolgslauf in London war sogar so gut, dass der Cristiano-Ronaldo-Fan, der Kitzbühel sein Lieblingsturnier nennt, seinen Urlaub Anfang Juli verschieben musste. Eigentlich hätte es am Freitag mit zwei Freunden nach Lanzarote gehen sollen, doch wegen dem Spiel gegen Raonic hob sein Flieger erst am Sonntag ab. „Das hat nichts ausgemacht", lächelt Novak.

Nach einer Woche am spanischen Sandstrand folgten drei Einzel in der zweiten deutschen Tennis-Bundesliga (mit drei Siegen) — heute geht es für den Günter-Bresnik-Schützling mit Trainer Peter Znenahlik nach Kitzbühel zur intensiven Vorbereitung.

Wohl auch für das Doppel: Gemeinsam mit Dominic Thiem erreichte Novak vor zwei Jahren das Finale, als die beiden den Centre Court füllten. Heuer soll der Titel her. Und was er Langzeit-Kollege Thiem zutraut? „Wenn er sein bestes Tennis spielt, dann wird Dominic die Gams holen", sagt Novak und schickt mit einem Lächeln nach: „Außer er spielt gegen mich."


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