Kardinal Rai: Israels Nations-Gesetz schließt auch Christen aus

Vatikanstadt/Amman (APA) - Der libanesische maronitische Patriarch Kardinal Bechara Boutros Rai hat laut „Vatican News“ (Mittwoch) das vor e...

Vatikanstadt/Amman (APA) - Der libanesische maronitische Patriarch Kardinal Bechara Boutros Rai hat laut „Vatican News“ (Mittwoch) das vor einer Woche in Israel verabschiedete Nationalitätsgesetz scharf kritisiert. Es sei „unehrenhaft, anti-demokratisch und anti-pluralistisch“, sagte das Oberhaupt der mit Rom unierten maronitisch-katholischen Kirche laut Kathpress.

Patriarch Rai betonte im Rahmen seines aktuellen Jordanienbesuchs vor Journalisten, das Gesetz sei „unzulässig, weil es die christlichen Konfessionen - evangelisch, katholisch und orthodox - sowie die Muslime ausschließt“. In Israel und Palästina gebe es jedoch arabische Gemeinden, Institutionen und ein arabisches Volk. Niemand habe das Recht, diese Gruppen auszuschließen, so der Patriarch. Er wolle sich an die UNO und den UNO-Sicherheitsrat wenden, um das Gesetz auf Grundlage früherer internationaler Entscheidungen aufheben zu lassen.

Das Nationalitätsgesetz hat Verfassungsrang. Es schreibt den jüdischen Charakter Israels fest und verfügt, dass Arabisch keine Amtssprache mehr ist. Umstritten ist auch die Formulierung, wonach die Siedlungspolitik „als nationaler Wert“ angesehen und gefördert werden solle.

Auch wichtige jüdische Vereinigungen wie der „American Jewish Committee“ (AJC) haben sich bereits mit Appellen an die Regierung in Jerusalem gewandt. Das weltweit operierende Komitee erklärte, es sei „aufs Tiefste enttäuscht“ von dem Gesetz. Der Präsident der amerikanischen „Union for Reform Judaism“, Rabbiner Rick Jacobs, sprach von einem „traurigen und unnützen Tag für die israelische Demokratie“.

~ WEB http://www.un.org/en/

http://www.un.org/en/sc/ ~ APA240 2018-07-25/12:18


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