Festspiele Erl: Kuhn deutet Klagen an, Land „betroffen“

Erl (APA) - Der Künstlerische Leiter der Festspiele Erl, Gustav Kuhn, hat die schweren Vorwürfe gegen ihn über seinen Anwalt zurückgewiesen ...

Erl (APA) - Der Künstlerische Leiter der Festspiele Erl, Gustav Kuhn, hat die schweren Vorwürfe gegen ihn über seinen Anwalt zurückgewiesen - und mögliche Klagen in den Raum gestellt. Sein Mandant werde sich gegen diese „Menschenjagd“ mit den Mitteln des Rechtsstaates zu wehren wissen, teilte Anwalt und Ex-Justizminister Michael Krüger der APA mit. Das Land Tirol zeigte sich indes „betroffen“.

Die „Menschenjagd“ sei von den Künstlerinnen offenbar über Veranlassung des Bloggers Markus Wilhelm in Gang gesetzt worden, so Krüger. Die Frauen seien zum Teil schon viele Jahre nicht mehr in Erl aufgetreten oder deren Engagements aus künstlerischen Gründen nicht verlängert worden. Die Plattform „Art but fair“, die den Brief an die Medien aussandte, nannte Krüger „Unart und Unfair“. Derart schwerwiegende Angriffe ohne jede Rückfrage und ohne Kenntnis der näheren Umstände zu veröffentlichen, sei schlicht verantwortungslos. Krüger verwies überdies auf eine Unterschriftenliste mit fast 150 Namen von Künstlern der Tiroler Festspiele Erl, in denen diese gegen die „unbewiesenen Anschuldigungen“ protestieren und Intendant Kuhn ihrer vollen Loyalität versichern würden.

Tirols Kulturlandesrätin Beate Palfrader (ÖVP) ließ wissen, die Vorwürfe würden sie „sehr betroffen“ machen. Man nehme diese sehr ernst. Bund und Land seien dazu bereits in engem Kontakt. „Für uns sind volle Transparenz und Aufklärung wie bisher wichtig und selbstverständlich. Die Staatsanwaltschaft wurde umgehend informiert, nach deren Beurteilung müssen umgehend weitere Schritte gesetzt werden. Ebenso wurde die Ombudsfrau (Ex-Grünen-LR Christine Baur, Anm.) über die aktuellen Vorwürfe informiert“, erklärte Palfrader.

Aus dem Büro von Kulturminister Gernot Blümel (ÖVP) hieß es in einem Statement gegenüber der APA: „Das Bundeskanzleramt hat in Abstimmung mit dem Land Tirol die Geschäftsführung bereits aufgefordert, umgehend alle nötigen Schritte einzuleiten, um für rasche und umfassende Aufklärung zu sorgen.“ Man stehe „wie bisher für volle Aufklärung und Transparenz“.

Konsequenzen forderten indes der Kultursprecher der Tiroler SPÖ, Benedikt Lentsch, und Nationalrätin Selma Yildirim. Die geschilderten Vorwürfe bezeichneten sie als „erschütternd“. „Für Bund und Land ergibt sich in Sachen Erl ein klarer Handlungsauftrag: Es müssen Konsequenzen gezogen und Förderungen abgestellt werden“, forderten die SPÖ-Politiker.


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