Hoffnung auf Wien geplatzt

Verkehrsminister Hofer hält sich beim Park-Chaos am Jenbacher Bahnhof zurück.

© Zwicknagl

Jenbach –Als „schwach“ bezeichnet SPÖ-Nationalrätin Selma Yildirim die Antwort von Verkehrsminister Norbert Hofer. Sie hatte nämlich eine parlamentarische Anfrage zum Park-Chaos am Jenbacher Bahnhof gestellt. Doch zurück kamen laut ihr nur „sieben Seiten bekannter Hofer-Sprech“. Lösungen blieben aus.

Es ist viel zu wenig Platz für die vielen Pendler, die tagtäglich den Knotenpunkt Jenbach nutzen und am ÖBB-Bahnhof ihr Auto abstellen wollen. Schon seit Jahren wird verhandelt und geplant. Doch passiert ist noch immer nichts. Einen Parkplatz zu ergattern, ist für viele wie ein Lotto-6er. Für Yildirim ist es ein Unding, dass Bund und Land „sich zurücklehnen und die Verantwortung auf die Gemeinderäte in der Region abschieben“. Daher wollte sie Bewegung ins langjährige Problem bringen. Aber auch die parlamentarische Anfrage bringt die Öffi-Nutzer keinen Schritt weiter.

„Der Verkehrsminister lässt jedes Herzblut für die Lösung dieses Problems vermissen. Ähnlich empfinde ich das im Landhaus bei Verkehrsreferentin Ingrid Felipe“, sagt Yildirim. Im Antwortschreiben listet Hofer auf, welche Probleme in welchen Kompetenzbereich fallen. Lösungsansätze kommen darin nicht vor. Etwa auf die Frage, ob er eine Verkehrsgefährdung aufgrund der Parksituation am Bahnhof sehe, antwortet Hofer, dass die Zuständigkeit bei der Polizei liege, wenn Autofahrer infolge von belegten Parkplätzen ihre Fahrzeuge woanders abstellen.

Weiters bestätigt Hofer im Antwortschreiben das, was schon länger klar ist: dass es für ein Parkdeck zusätzlich Grund brauche. „Die Verhandlungen zum Ankauf der benötigten Fläche gestaltete sich allerdings in der Vergangenheit als schwierig und langwierig.“ Er zeige sich aber „zuversichtlich“, dass der derzeitige Entwurf von allen Vertragspartner unterzeichnet werde und dann der Startschuss fürs Parkdeck falle. Hofer rechnet mit einer Bauzeit von 1,5 bis zwei Jahren und Kosten von rund 11,5 Mio. Euro.

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Für Philip Wohlgemuth, Verkehrssprecher der SPÖ Tirol, ist das Antwortschreien von Hofer zu wenig. „Der Verkehrsminister soll sich um echte Verbesserung für die Pendlerinnen und Pendler im Land kümmern, etwa mit dem flächendeckenden Ausbau von Park & Ride-Anlagen, nicht nur in Jenbach, sondern auch in Telfs, Land­eck usw.“, sagt Wohlgemuth. (TT, emf)


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