Schweizer Valora wächst dank Wechselkurseffekten und Backwerk-Kauf

Zürich (APA/awp/sda) - Der Schweizer Handelskonzern Valora ist auf Wachstumskurs und hat in der ersten Jahreshälfte auch dank einer Übernahm...

Zürich (APA/awp/sda) - Der Schweizer Handelskonzern Valora ist auf Wachstumskurs und hat in der ersten Jahreshälfte auch dank einer Übernahme mehr Backwaren und Brezel verkauft. Dagegen kam der Detailhandel mit Kiosken und Avec-Läden nicht so recht vom Fleck. Zudem machte eine Altlast der Handelssparte Valora beim Gewinn einen Strich durch die Rechnung.

Insgesamt setzte Valora in den ersten sechs Monaten 1,04 Mrd. Franken (894,55 Mio. Euro) um, das sind 7,6 Prozent mehr als im Vorjahreshalbjahr. Ohne den Rückenwind durch Wechselkurseffekte hätte das Wachstum allerdings lediglich 4,5 Prozent betragen, gab Valora am Mittwoch bekannt.

In der immer noch deutlich größeren Sparte Detailhandel erreichte Valora insbesondere dank mehr selbst betriebenen Verkaufsstellen in Deutschland ein Plus von 3,2 Prozent. Ohne diese wäre das Geschäft aber kaum vom Fleck gekommen. Vier harte Wintermonate, verbunden mit einer Grippewelle, vermiesten Valora in Deutschland das Geschäft. „Normalerweise geben wir nicht dem Wetter die Schuld, aber dieses Jahr hatte es einfach einen großen Einfluss“, sagte Valora-Chef Michael Mueller vor den Medien.

Die wesentlichste Veränderung habe sich allerdings bei der Presse gezeigt: Nachdem sich in der Schweiz Zeitungen und Magazine schon seit einigen Jahren nicht mehr so gut verkaufen, hat diese Entwicklung nun auch Deutschland erfasst. Die Umsatzeinbußen konnte Valora zwar mit mehr Tabakverkäufen abfedern, doch schlug dies aufgrund der tieferen Margen in dem Geschäft auf die Profitabilität. Valora habe nun Maßnahmen ergriffen, um diese Entwicklung auffangen zu können, sagte Mueller. So will Valora mit neuen Produkten wie Tabak-Dampfgeräten (E-Smoking) gegensteuern.

Über die gesamte Gruppe legte der Betriebsgewinn (EBIT) um 3,8 Prozent auf 36,0 Mio. Franken zu und wuchs damit etwas langsamer als der Umsatz. Ein Sondergewinn im Vorjahr sei durch den Ergebnisbeitrag von Backwerk, organischem Wachstum und positiven Währungseinflüssen überkompensiert worden, sagte Mueller. Für das Jahresziel von rund 90 Mio. Franken sieht sich Valora auf Kurs.

Unter dem Strich blieben im ersten Halbjahr 21,0 Mio. Franken Reingewinn, das sind knapp 13 Prozent weniger als im Vorjahr. Grund für den Rückgang ist eine Wertberichtigung in den nicht weitergeführten Geschäftsbereichen. Nach unten korrigiert wurde der sogenannte Earn-Out der verkauften Handelssparte. Earn-Out-Komponenten werden abhängig vom Erreichen bestimmter Erfolgsziele erst zu einem späteren Zeitpunkt ausbezahlt. Die Handelssparte erreichte unter dem Käufer Aurelius nicht alle Erfolgsziele.


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