Kolumbiens Regierung gibt Dokumente zu Friedensgesprächen frei

Bogota (APA/dpa) - Fast zwei Jahre nach dem Friedensabkommen mit der linken Guerillaorganisation FARC hat die kolumbianische Regierung erstm...

Bogota (APA/dpa) - Fast zwei Jahre nach dem Friedensabkommen mit der linken Guerillaorganisation FARC hat die kolumbianische Regierung erstmals bisher als geheim eingestufte Dokumente über die Gespräche mit den Rebellen veröffentlicht. Dazu gehören unter anderem die ersten Vorschläge der FARC, welche Themen bei den Verhandlungen besprochen werden sollten.

Demnach wollten die Guerilleros das Wirtschaftsmodell und das Wahlsystem ändern. Das lehnte die Regierung ab. „Wir waren uns unserer Verantwortung bewusst und haben vor jedem Schritt geprüft, ob wir uns in die richtige Richtung bewegen“, sagte Präsident Juan Manuel Santos am Mittwoch.

Mit der Freigabe der Verhandlungsdokumente will die scheidende Regierung offenbar der Kritik entgegentreten, sie sei den Rebellen zu weit entgegengekommen. Die Kritiker monieren, dass die Ex-Rebellen mit relativ milden Strafen davonkommen und garantierte Sitze im Parlament erhalten.

Den Bürgerkrieg mit rund 220 000 Toten und Millionen Vertriebenen hatten die Regierung und die FARC Ende 2016 beendet. Santos erhielt für seine Bemühungen um den Friedensprozess in Kolumbien den Friedensnobelpreis. Am 7. August wird ihn der Konservative Ivan Duque, ein erklärter Gegner des Friedensabkommens, im höchsten Staatsamt ablösen. Duque hatte die Präsidentenwahl im Juni gewonnen.

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