Deutsche Wirtschaft zu Handelsstreit: Worten müssen Taten folgen

Washington (APA/dpa) - Die deutsche Wirtschaft hat die Pläne der EU und der USA zur Beilegung des Handelskonflikts zwar begrüßt, sieht aber ...

Washington (APA/dpa) - Die deutsche Wirtschaft hat die Pläne der EU und der USA zur Beilegung des Handelskonflikts zwar begrüßt, sieht aber noch viele offene Fragen. „Die in Aussicht gestellten Lösungen gehen in die richtige Richtung, aber eine gehörige Portion Skepsis bleibt“, sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer. „Von Verhandlungen auf Augenhöhe sind wir noch entfernt.“

Die ungerechtfertigten Autozölle seien nicht endgültig vom Tisch. Dieter Kempf, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), sagte: „Die Zollspirale im transatlantischen Handel scheint vorerst gestoppt zu sein. Jetzt müssen den Worten aber auch Taten folgen.“

Bei einem Krisentreffen in Washington hatten sich US-Präsident Donald Trump und EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker überraschend auf einen konkreten Plan zur Beilegung des Handelskonflikts verständigt. Sie wollen nun Gespräche über die Abschaffung von Zöllen auf Industriegüter beginnen.

BDI-Präsident Kempf sprach von einem „wichtigen Zeichen der Entspannung“. Es sei gut, dass für die Zölle auf Stahl und Aluminium eine Lösung gefunden werden solle. „Wir interpretieren die Aussagen in der Pressekonferenz, dass dies auch für Autozölle gilt.“ Der BDI unterstütze es, dass Juncker und Trump den Abbau aller Industriegüterzölle anstreben. Auch dass über nicht-tarifäre Handelshemmnisse verhandelt werden solle, sei ermutigend.

DIHK-Präsident Schweitzer sagte, Juncker habe zu Recht versucht, den US-Präsidenten von Strafzöllen auf Autos abzubringen und ihm den Abbau von Zöllen schmackhaft zu machen. Es liege vornehmlich an den USA, wieder eine Vertrauensbasis aufzubauen und die „illegalen Zollerhöhungen“ zurückzunehmen. „Das Treffen hat immerhin gezeigt, dass Europa sich nicht auseinanderdividieren lässt. Nur geschlossen europäisch haben wir ausreichend wirtschaftliches und politisches Gewicht, um unsere Interessen wirksam zu vertreten.“


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