Glyphosat - Neuer Anlauf für Einschränkungen in Kärnten

Klagenfurt (APA) - In Kärnten wird ein weiterer Anlauf unternommen, um den Einsatz von Glyphosat einzuschränken. Im Frühjahr war ein Verbot ...

Klagenfurt (APA) - In Kärnten wird ein weiterer Anlauf unternommen, um den Einsatz von Glyphosat einzuschränken. Im Frühjahr war ein Verbot am Nein der EU-Kommission gescheitert. Nun arbeitet die SPÖ im Landtagsklub einen neuen Entwurf aus, mit dem laut einer Aussendung vom Donnerstag die private Anwendung von biologisch nicht abbaubaren Pestiziden verboten werden soll.

„Glyphosat ist nur eines von insgesamt 520 in der EU zugelassenen Pflanzenschutzmitteln“, sagte der Kärntner SPÖ-Chef und Landeshauptmann Peter Kaiser. „Mehr als ein Drittel dieser Pestizide sind laut Umwelt- und Gesundheitsexperten für Menschen, Tiere und die Umwelt gefährlich, weil sie unerwünschte Nebenwirkungen haben.“ Neben Glyphosat werden in der Aussendung das Insektizid Abamectin sowie die beiden Fungizide Boscalid und Cyprodinil als „besonders gefährlich“ bezeichnet.

Weil das neue Verbot nur private Anwender adressiert, die anders als gewerbliche Nutzer über keinen Befähigungsnachweis verfügen und deshalb die langfristigen Folgen nicht abschätzen könnten, hofft die SPÖ, dass die Kommission diesem Entwurf nun zustimmen wird.

Applaus für die Kärntner Initiative kam umgehend von der Umweltschutzorganisation Greenpeace. Weil der Einsatz von Glyphosat aber in der Landwirtschaft erlaubt bleibe, forderte Greenpeace die Bundesregierung auf, hier aktiv zu werden. „Kanzler Kurz hat vor mehr als einem halben Jahr das Aus für Glyphosat in Österreich angekündigt. Geschehen ist seither jedoch nichts. Das Pflanzengift wird in Österreich weiterhin auf unseren Feldern versprüht“, so Landwirtschaftssprecher Sebastian Theissing-Matei.

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