Querschnittgelähmt nach Traktor-Alkofahrt: Vorarlberger verurteilt

Bregenz (APA) - Ein 30-jähriger Mann ist am Mittwoch am Landesgericht Feldkirch nach einer Alkofahrt mit einem Traktor, die für einen 19-Jäh...

Bregenz (APA) - Ein 30-jähriger Mann ist am Mittwoch am Landesgericht Feldkirch nach einer Alkofahrt mit einem Traktor, die für einen 19-Jährigen mit einer Querschnittlähmung endete, zu einer Geldstrafe von 8.400 Euro verurteilt worden. Der Bregenzerwälder wurde unter anderem wegen grob fahrlässiger Körperverletzung schuldig gesprochen, berichteten Vorarlberger Medien. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Im April dieses Jahres hatte sich der 30-Jährige gemeinsam mit seinem damals 19-jährigen Arbeitskollegen und einem 25 jährigen Freund in den frühen Morgenstunden nach einem Fest zu Fuß auf den Heimweg gemacht. Dabei kam das alkoholisierte Trio in Schnepfau (Bregenzerwald) auf die verhängnisvolle Idee, den bei einem Stadel abgestellten Traktor in Betrieb zu nehmen. Der 30-Jährige saß am Steuer. Nach kurzer Fahrt stieg er jedoch ab. „Ich wollte nicht mehr weiterfahren. Mir kam in den Sinn, dass es ein Blödsinn war. Deshalb habe ich den Traktor angehalten“, schilderte er laut einem Zeitungsbericht der „Vorarlberger Nachrichten“.

Auf Drängen und Zureden der beiden Mitfahrer habe er bei auf Vollgas gestelltem Handgashebel den Zündschlüssel gedreht. Der nun führerlose Traktor mit den beiden Insassen zog davon, drehte eine 90-Grad-Kurve und stürzte über eine Böschung. Der 25-Jährige kam mit leichten Blessuren davon, doch der 19-Jährige wurde unter dem Fahrzeug eingeklemmt und ist seither querschnittgelähmt. Er befinde sich derzeit in Reha und könne sich an den Unfallhergang nicht erinnern, berichtete die „Neue Vorarlberger Tageszeitung“.

Die Verteidigung wies auf die Unbescholtenheit und das umfassende Geständnis des Angeklagten hin. „Es ist ein menschliches Drama, und das finanzielle Desaster kommt noch“, so Rechtsanwalt Hans-Peter Türtscher in Anspielung auf den noch bevorstehenden Zivilprozess um Schadenersatz. Er sah keine grobe Fahrlässigkeit, da sein Mandant davon ausgegangen sei, dass kein Gang eingelegt war. Wenn ein Traktor ohne Lenker unkontrolliert fahre, sei ein Unfall wahrscheinlich, hielt Richter Michael Fruhmann dem Angeklagten vor. „Die richtige Strafe ist, dass Sie damit leben müssen, dass ein Opfer querschnittgelähmt bleibt“, so der Richter laut „Krone Vorarlberg“ und verurteilte den Mann zu 280 Tagessätzen zu je 30 Euro. Die mögliche Höchststrafe lag bei zwei Jahren Haft.

Der Angeklagte nahm das Urteil an. Die Staatsanwaltschaft meldete Bedenkzeit an. Das Urteil ist daher nicht rechtskräftig.


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