Europas Leitbörsen tendiert am Vormittag fester

Frankfurt am Main (APA) - Die Leitbörsen in Europa haben sich am Donnerstagvormittag mehrheitlich fester präsentiert. Das vortägige Treffen ...

Frankfurt am Main (APA) - Die Leitbörsen in Europa haben sich am Donnerstagvormittag mehrheitlich fester präsentiert. Das vortägige Treffen zwischen EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und US-Präsident Donald Trump dürfte unter Anlegern für gute Stimmung gesorgt haben.

Der Euro-Stoxx-50 stand gegen 11.00 Uhr mit plus 0,71 Prozent bei 3.493,17 Einheiten. Der DAX in Frankfurt gewann 1,34 Prozent auf 12.748,50 Punkte.

Laut US-Präsident haben die USA und die EU eine neue Phase in ihrer transatlantischen Partnerschaft erreicht. In der Unterredung habe man sich auf einen bilateralen Abbau der Handelsschranken verständigt, erklärte Trump weiter.

Auch ein Vertreter der deutschen Wirtschaft meldete sich zu Wort: „Die in Aussicht gestellten Lösungen gehen in die richtige Richtung, aber eine gehörige Portion Skepsis bleibt“, sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer. „Von Verhandlungen auf Augenhöhe sind wir noch entfernt.“

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Branchenseitig zeigte sich nach den neuen Entwicklungen im globalen Handelsstreit der Autosektor mit Aufschlägen. Die Aktien von Volkswagen stiegen um drei Prozent. Die Papiere des Konkurrenten BMW verteuerten sich um 2,55 Prozent.

Auch Daimler konnten von dieser Euphorie profitieren. Trotz des eingesackten Gewinns im zweiten Quartal hatten die Papiere des Unternehmens im Verlauf des Vormittags in den grünen Bereich dreht. Zuletzt tendierten sie um einen Prozent höher bei 58,48 Euro. Den 29-prozentigen Ertragsrückgang hatte das Unternehmen auf den Vergleich im Rechtsstreit um das Lkw-Mautsystem Toll Collect zurückgeführt.

Gestiegene Verkäufe neuer Medikamente hatte dagegen dem Schweizer Pharmakonzern Roche ein überraschend gutes erstes Halbjahr 2018 beschert. Trotz zunehmender Konkurrenz durch billigere Nachahmer-Medikamente war der Umsatz im Betrachtungszeitraum um sieben Prozent auf 28,1 Mrd. Franken gestiegen. Die Titel gewannen 1,99 Prozent.

Ebenfalls fester tendierten die Papiere von Airbus. Sie stiegen nach Veröffentlichung von Halbjahreszahlen um 4,40 Prozent. Das bereinigte Ergebnis von Steuern und Zinsen (Ebit) hatte sich auf 1,16 Mrd. Euro verdoppelt. In den Zahlen spiegelten sich die Fortschritte beim Airbus A350 wider, sagte Vorstandschef Tom Enders.

Der Netzwerkausrüster Nokia hatte dagegen im zweiten Quartal erneut den Abschwung im Markt zu spüren bekommen. Der Umsatz war im Vorjahresvergleich um 6 Prozent auf 5,3 Mrd. Euro gefallen. Der bereinigte operative Gewinn war um 42 Prozent auf 334 Mio. Euro abgesackt. Die Anteilsscheine Nokias sackten um 7,34 Prozent ab.

In London zeigte sich der FTSE-100 am Mittwoch gegen den europäischen Trend mit minus 0,02 Prozent und damit kaum verändert bei 7.656,38 Punkten. Im britischen Leitindex rückten die Papiere des Energieriesen Shell in den Fokus.

Der Ölgigant wolle eigene Anteile im Wert von mindestens 25 Mrd. US-Dollar erwerben, hatte Shell-Chef Ben van Beurden nach Vorlage der Zweitquartalszahlen angekündigt. Shell gaben zuletzt mehr als zwei Prozent ab.

Im weiteren Verlauf dürfte Börsianer die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) mit Spannung erwarten. Experten gehen jedoch von keinem Zinsschritt aus. Vielmehr wird Marktteilnehmern und Medienberichten zufolge die Pressekonferenz der EZB genau mitverfolgt werden.

~ ISIN EU0009658145 ~ APA193 2018-07-26/11:21


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