„Aktion scharf“ an der Autobahn

Der Autobahn- und Schnellstraßenbetreiber Asfinag sagt Müllsündern den Kampf an.

© Asfinag

Von Nikolaus Paumgartten

Innsbruck — Von A wie Autoreifen über F wie Fernseher bis Z wie Zellstoffplatten — die Palette der Gegenstände, die Mitarbeiter der Asfinag-Autobahnmeistereien tagtäglich entsorgen müssen, ist breit gefächert. Doch nicht nur haufenweise Sperrmüll wird im Bereich von Auffahrten, an Böschungen oder bei Rastplätzen illegal deponiert, sondern auch säckeweise Hausmüll. Entsorgt wird hier nicht nur aus Bequemlichkeit: Den Müllsündern geht es vor allem darum, sich in ihren Gemeinden die Müll- und Entsorgungsgebühren zu sparen. Von Einzelfällen könne man angesichts der wachsenden illegalen Müllberge nicht mehr sprechen, heißt es seitens des Autobahn- und Schnellstraßenbetreibers.

"Mülltourismus" sorgt für Ärger bei der Asfinag.
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Denn trotz einer Informationsoffensive im Frühling sind die Fälle von Müllablagerungen beim Tiroler Autobahnnetz nicht weniger geworden. „Leider Gottes hat sich die Situation nicht verbessert", sagt Asfinag-Tirol-Geschäftsführer Stefan Siegele. In Summe muss die Asfinag in Tirol jährlich 1100 Tonnen Müll entsorgen, 300 Tonnen davon werden händisch eingesammelt. Die Entsorgungskosten belaufen sich inzwischen auf stolze 1,5 Millionen Euro pro Jahr.

Siegele kündigt daher an, die Kontrollen bei Autobahnrastplätzen zu intensivieren. Im Visier sind dabei nicht jene Lenker, die bei einem Zwischenstopp den im Auto angefallenen Müll entsorgen, betont Siegele. Genau dafür seien die Müllkübel schließlich gedacht. Bei der Aktion gehe es ausschließlich darum, die systematische illegale Müllentsorgung in den Griff zu bekommen. Die Streckendienste werden also ab sofort noch genauer hinschauen und öfter im Einsatz sein. Denn auch wenn die Park- und Rastplätze kameraüberwacht sind, können Müllsünder nicht anhand dieser Aufnahmen verfolgt werden.

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„Wir müssen die Täter auf frischer Tat erwischen, die Kamerabilder dürfen wir aus rechtlichen Gründen zur Ausforschung nicht verwenden", erklärt Siegele. Dennoch sei man bemüht, Verursacher ausfindig zu machen. „Wir durchsuchen jetzt nicht jeden Müllsack, wenn uns aber irgendwo eine Rechnung oder ein Zettel zum möglichen Verursacher führt, dann gehen wir dem natürlich nach", erklärt der Asfinag-Chef. Für Hinweise von Zeugen sei man ebenfalls dankbar, diese können bei Beobachtungen die zuständige Autobahnmeisterei informieren. Die entsprechende Nummer ist bei jedem Rastplatz zu finden.


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