Strafzölle - USA müssen Abnehmer für Soja und Gas selbst finden

Brüssel (APA) - Das Treffen von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker mit US-Präsident Donald Trump am Mittwoch in Washington habe ein...

Brüssel (APA) - Das Treffen von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker mit US-Präsident Donald Trump am Mittwoch in Washington habe ein exzellentes Resultat gebracht, hieß es aus Kommissionskreisen am Donnerstag. Bei den Importen von Sojabohnen und Flüssiggas, betonten Kommissionsvertreter, die EU sei keine Planwirtschaft wie die Sowjetunion. Für diese US-Produkte müssten Abnehmer am Markt gefunden werden.

Bei Sojabohnen habe die EU einen riesigen Bedarf, und die USA seien hier wettbewerbsfähig. Bei Flüssiggas sei dies aufgrund der hohen Transportkosten noch nicht der Fall, solange die Gaspreise nicht stiegen. Politisch sei es aber wünschenswert, wenn der Energiemarkt diversifiziert werde. Ein Sprecher stellte klar, dass die EU an Umwelt- und Nahrungsmittelstandards festhalte.

Klar sei aber, dass es weder eine Neuauflage des gescheiterten Freihandelsabkommens TTIP oder einer abgespeckte Version davon gebe, sondern die Perspektive für ein neues Abkommen. Zum ersten Mal habe sich Trump positiv zu einer Reform der Welthandelsorganisation WTO geäußert, zeigten sich EU-Diplomaten erfreut. Ebenso wie nach dem Besuch Junckers in China seien nun Arbeitsgruppen gebildet worden, die dies vorantreiben sollen.

Die geplanten Gespräche seien jedenfalls zeitoffen, eine Einigung vor den Midterm Elections in den USA im November werde aber angestrebt. In einigen Monaten solle dann auch klar sein, in welche Richtung die Verhandlungen führten. Das Wichtigste sei gegenseitiges Vertrauen, so EU-Diplomaten, und dass es eine gute Chemie zwischen Juncker und Trump gebe, sei hier sicher hilfreich.

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