Scharfe Kritik an serbischer Spitzenpolitikerin wegen Srebrenica

Belgrad (APA) - Die Kritik an der Vize-Präsidentin des serbischen Parlamentes Vjerica Radeta wegen ihres Kommentars zum Tod der Präsidentin ...

Belgrad (APA) - Die Kritik an der Vize-Präsidentin des serbischen Parlamentes Vjerica Radeta wegen ihres Kommentars zum Tod der Präsidentin der Opferorganisation „Mütter von Srebrenica“ reißt auch am Donnerstag nicht ab. Nun fordern drei parlamentarische Oppositionsparteien - Demokratische Partei, Liga der Vojvodina-Sozialdemokraten und Liberaldemokratische Partei - die Amtsenthebung Radetas.

„Ich lese, dass Hatidza Mehmedovic vom Verband der Srebrenica-Geschäftsfrauen gestorben ist. Wer wird das Begräbnis organisieren, ihr Mann oder die Söhne?!“ schrieb Radeta, eine der engsten Mitarbeiterinnen des Ultranationalisten Vojislav Seselj, auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Ihren Kommentar hat sie mittlerweile gelöscht.

Mehmedovic hatte beim Srebrenica-Völkermord im Jahr 1995 ihren Mann und zwei Söhne sowie weitere Verwandte verloren und machte sich als Vorkämpferin für die Anerkennung der Opfer sowie in zahlreichen Gerichtsprozessen international einen Namen. Mehmedovic war am Sonntagabend nach langer Krankheit gestorben.

Bereits am Mittwoch hatten Parlamentspräsidentin Maja Gojkovic und auch einige Regierungsmitglieder den Kommentar Radetas kritisiert. Bisher sieht es nicht danach aus, dass die Abgeordneten des Regierungsbündnisses im Parlament Schritte gegen Radeta beantragen werden. Viele heutige Abgeordnete der regierenden Serbischen Fortschrittspartei waren bis 2008 Parteifreunde von Radeta in der Serbischen Radikalen Partei Seseljs.

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