Rumänischer Minister verglich Schweineschlachtungen mit Auschwitz

Bukarest (APA/dpa) - Der rumänische Landwirtschaftsminister Petre Daea hat Notschlachtungen und die anschließende Verbrennung kranker Schwei...

Bukarest (APA/dpa) - Der rumänische Landwirtschaftsminister Petre Daea hat Notschlachtungen und die anschließende Verbrennung kranker Schweine wegen der Schweinepest in einem Atemzug mit dem Nazi-Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau genannt. „Es ist wie in Auschwitz“, sagte Daea nach Angaben rumänischer Medien im Sender „Antena3“. Die Opposition forderte deshalb am Donnerstag seinen Rücktritt.

Der Sozialdemokrat berichtete demnach in einem Fernsehinterview, dass wegen der Schweinepest in zwei Zuchtbetrieben insgesamt mehr als 60.000 Tiere notgeschlachtet werden müssten. „Alle diese Schweine werden verbrannt (...), es ist eine außergewöhnliche Arbeit, es ist wie in Auschwitz, mein Herr“, soll Daea im Wortlaut gesagt haben. In Auschwitz-Birkenau ermordeten die Nazis bis zu 1,5 Millionen Menschen, vor allem Juden.

Das Internationale Auschwitz Komitee kritisierte Daea scharf. „Äußerungen und Vergleiche wie die des rumänischen Landwirtschaftsministers sind für Auschwitz-Überlebende zunehmend schwerer zu ertragen. Die dümmliche Bemerkung des rumänischen Landwirtschaftsministers zeigt nichts als dessen Grobheit und Sensationsgier“, erklärte in Berlin Christoph Heubner, der Vizepräsident der Organisation.

Daea ließ am Donnerstag eine wohl als Entschuldigung gemeinte Erklärung veröffentlichen. „Ich erkläre meinen Respekt für alle Mitglieder der jüdischen Gemeinde und präzisiere, dass ich die sehr schwere Situation darstellen wollte, mit der derzeit die Schweinezüchter wegen der afrikanischen Schweinepest konfrontiert sind“, heißt es in der Stellungnahme des Ministers. „Ich wollte nur meinen seelischen Schmerz ausdrücken und hoffe, verstanden zu werden!“


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