Ex-Cricketstar Imran Khan gewinnt Wahl in Pakistan

Seine Partei Tehreek-e-Insaf (PTI) erlangt 114 Sitze im Parlament und wird damit stärkste Kraft. Ohne einen Koalitionspartner geht es jedoch nicht.

Die "Bewegung für Gerechtigkeit" (Tehreek-e Insaf/PTI) von Imran Khan konnte 109 der 272 Wahlkreise gewinnen.
© Reuters/Mahmood

Islamabad – Der ehemalige Cricketstar Imran Khan hat die Parlamentswahl in Pakistan nach offiziellen Angaben gewonnen. Wie die Wahlkommission am Freitag mitteilte, erlangte seine Partei Tehreek-e-Insaf (PTI) 114 Sitze im Parlament in Islamabad und wurde damit stärkste Kraft. Sie verpasste jedoch die absolute Mehrheit und ist zur Regierungsbildung auf einen Koalitionspartner angewiesen.

Die bisherige Regierungspartei PML-N von Ex-Premierminister Nawaz Sharif erhielt demnach 63 Sitze, die Pakistan Peoples Party (PPP) 43 Sitze. Letztere könnte in einer Koalitionsregierung der Partei Khans die notwendige Mehrheit verschaffen. Für eine absolute Mehrheit in der Nationalversammlung sind 137 Sitze erforderlich. Khan hatte den Wahlsieg bereits am Donnerstag für sich beansprucht: „Wir waren erfolgreich, und wir haben ein Mandat bekommen“, sagte er in Islamabad.

Ein Arbeiter beim Vorbereiten der Wahlplakate für die bisherige Regierungspartei Pakistanische Muslim-Liga (PML-N) kurz vor den Parlamentswahlen.
© AFP/Hassan

Verzögerungen bei der Stimmenauszählung hatten Zweifel an der Legitimität der Wahl geweckt, doch die Wahlkommission wies Manipulationsvorwürfe zurück. Die Verzögerungen bei der Stimmenauszählung hätten technische Gründe, mit einer neuen Software habe es unerwartete Probleme gegeben. Bei elf Parlamentssitzen war zunächst weiter unklar, an welche Partei sie gehen.

Die PML-N bestritt bereits vor der Veröffentlichung des Wahlergebnisses dessen Rechtmäßigkeit und kündigte an, dagegen vor Gericht ziehen zu wollen. Die seit 2013 regierende Partei hatte das Militär vor dem Urnengang beschuldigt, die Wahl zugunsten Khans zu manipulieren. Auch andere Parteien sprachen von Wahlbetrug. Internationale Wahlbeobachter, darunter eine Delegation der EU, sollten am Freitag erste Bewertungen der Stimmabgabe abgeben. (APA/AFP)

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