AK rät zur Vorsicht bei privaten Pflegeversicherungen

Wien (APA) - Die AK rät bei privaten Pflegeversicherungen zur Vorsicht. Die Leistungen der sechs Anbieter am heimischen Markt würden sich nu...

Wien (APA) - Die AK rät bei privaten Pflegeversicherungen zur Vorsicht. Die Leistungen der sechs Anbieter am heimischen Markt würden sich nur geringfügig unterscheiden, das Einzahlen in eine solche Versicherung könnte den Konsumenten dabei teuer zu stehen kommen, teilte die AK in einer Aussendung mit.

Die sechs Anbieter privater Pflegeversicherungen am heimischen Markt sind Allianz, Donau Versicherung, Nürnberger, S-Versicherung, Uniqa und Wiener Städtische. Das Angebot der einzelnen Anbieter unterscheidet sich der AK zufolge nur geringfügig. Die meisten orientieren sich bei der Leistung an den gesetzlichen Pflegestufen, die sich wiederum am Pflegebedarf in Stunden pro Monat ausrichten. Eine private Pflegeversicherung leistet im Pflegefall fixe Zahlungen pro Pflegestufe.

Vor dem Abschluss einer privaten Pflegeversicherung gebe es einiges zu beachten, wie die AK betont. Erstens sei eine Pflegeversicherung eine Risikoversicherung: Tritt der Leistungsfall der Pflegebedürftigkeit nicht ein, werden einbezahlte Prämien - im Gegensatz zu einer kapitalbildenden Lebensversicherung - nicht ausbezahlt.

Zudem würde der Großteil der Anbieter erst ab Pflegestufe 3 oder höher Leistungen erbringen. Die Statistik zeige aber, dass rund zwei Drittel der gesetzlichen Pflegegeldbezieher in Stufe eins, zwei oder drei eingestuft seien, wie die AK betont.

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Außerdem würden die anfallenden Pflegekosten pro Monat kaum bis gar nicht durch eine Pflegeversicherung abgedeckt werden. Bei Kosten für eine 24-Stunden-Betreuung von rund 2.400 Euro würde das gesetzliche Pflegegeld rund 670 Euro betragen, die Leistung einer privaten Pflegeversicherung ab Stufe 4 würde lediglich 700 Euro betragen. Übrig bliebe dennoch eine Lücke von rund 1.000 Euro, wie die AK errechnete. Um die Pflegekosten in voller Höhe decken zu können, müssten die Konsumenten demnach tief in die Tasche greifen, um höhere Prämien zahlen zu können. Diese hätten sich aber seit 2014 um rund 57 Prozent verteuert, so die AK.

Die AK rät deshalb, sich vor der Entscheidung zu einer privaten Pflegeversicherung umfassend zu informieren und Vergleiche mit Alternativen zu Pflegeversicherungen anzustellen.

~ WEB http://www.arbeiterkammer.at ~ APA065 2018-07-27/09:00


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