Kosovo: Früherer politischer Sprecher der UCK-Miliz gestorben

Prishtina (Pristina) (APA) - Eine frühere führende Gestalt der Kosovo-Albaner und ehemaliger politischer Sprecher der UCK-Miliz, der Mensche...

Prishtina (Pristina) (APA) - Eine frühere führende Gestalt der Kosovo-Albaner und ehemaliger politischer Sprecher der UCK-Miliz, der Menschenrechtsaktivist Adem Demaci, ist tot. Er war laut Medienberichten am Donnerstagabend im Alter von 82 Jahren in Prishtina gestorben.

Im früheren Jugoslawien galt der 1936 in Prishtina geborene Demaci als bekanntester politischer Häftling und wurde auch „Nelson Mandela des Kosovo“ genannt. Er hatte ab 1958 insgesamt 28 Jahre in verschiedenen jugoslawischen Gefängnissen verbracht, bevor er 1990 endgültig auf freien Fuß gesetzt wurde. 1991 erhielt er den Sacharow-Preis des Europaparlaments.

Später war er dann während des Kosovo-Krieges (1998-99) als politischer Sprecher der „Kosovo-Befreiungsarmee“ aktiv. Der als Hardliner geltende Demaci lehnte aber den Friedensplan der internationalen Kosovo-Kontaktgruppe ab und trat deshalb im März 1999 von seinem Amt zurück. Der UCK werden zahlreiche Kriegsverbrechen angelastet.

Präsident Kosovos Hashim Thaci hat anlässlich des Todes Demacis eine landesweite dreitägige Trauer verkündet. Es sei schwer zu akzeptieren, dass das Widerstandssymbol der Kosovo-Albaner verschwunden sei. Demaci habe sein ganzes Leben dem Kosovo gewidmet und werde immer als sein Anführer in Erinnerung bleiben, wurde Thaci vom staatlichen TV-Sender RTK am Freitag zitiert.

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Der Tod Demacis wird sogar laut Medienberichten die zuvor für den morgigen Samstag geplante Ausschreibung des Referendums über den neuen Namen Mazedoniens auf Montag verschieben. Der mazedonische Parlamentspräsident Talat Xhaferi soll nämlich am Samstag einer Gedenksitzung des kosovarischen Parlaments in Prishtina beiwohnen.


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