Tschechischer Verteidigungsminister Metnar wird nicht zurücktreten

Prag (APA) - Der wegen Plagiatsvorwürfen unter Druck stehende tschechische Verteidigungsminister Lubomir Metnar wird nicht zurücktreten. Die...

Prag (APA) - Der wegen Plagiatsvorwürfen unter Druck stehende tschechische Verteidigungsminister Lubomir Metnar wird nicht zurücktreten. Dies bestätigte Metnar am Freitagnachmittag bei einer außerordentlichen Pressekonferenz. Der Minister reagierte damit offiziell auf die seit mehreren Tagen andauernde Kritik, wonach er in seiner Diplomarbeit abgeschrieben habe.

„Ich werde keinen Rücktritt anbieten“, sagte Metnar. Gleichzeitig entschuldigte er sich dafür, dass er beim Zitieren der Quellen „nicht richtig“ vorgegangen sei. „Ich habe einen Fehler gemacht. Es tut mir leid und ich entschuldige mich dafür“, so Metnar. „Es handelt sich um kein Plagiat“, betonte er weiter und fügte hinzu, er habe beim Schreiben der Diplomarbeit „ehrlich und gewissenhaft“ gearbeitet.

Kurz vor der Pressekonferenz hatte sich die Universität in Ostrava (Mährisch Ostrau), wo Metnar studierte, zu der umstrittenen Diplomarbeit geäußert. Ihr Sprecher Adam Soustruznik sagte, man sei nach einer Beurteilung des Textes zu dem Schluss gekommen, dass es sich um „kein bewusstes Plagiat“ handle. Die Diplomarbeit weise nur „unzureichende Arbeit mit den zitierten Quellen“ auf, so der Sprecher.

Die Kritiker behaupten, Metnars Diplomarbeit beinhalte zwar eine Liste von zitierten Quellen, allerdings gebe es direkt im Text nur wenige Hinweise auf diese. Mindestens acht Seiten seien von einem Buch zur Gänze oder mit kleinen Änderungen übernommen worden, ohne deutliche Kennzeichnung, dass es sich um einen zitierten Text handelt.

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung ab sofort bis auf Weiteres kostenlos digital abrufen

TT E-PaperTT E-Paper

Der heute 50-jährige Metnar, der von Dezember 2017 bis Juni 2018 als Innenminister amtierte, hatte die Diplomarbeit zum Thema „Kollektives Investieren“ an der Universität in Ostrava 2004 verteidigt und den Magistertitel erhalten.

Wegen Plagiats-Affären mussten bereits zwei andere Mitglieder der derzeitigen tschechischen Regierung von Premier Andrej Babis zurücktreten - Tatana Mala (ANO) als Justizministerin und der Sozialdemokrat (CSSD) Petr Krcal vom Amt des Ministers für Arbeit und Soziales.


Kommentieren