Wiener Praterstraße: Pläne stoßen auf Skepsis bis Ablehnung

Wien (APA) - Die von der Leopoldstädter Bezirksvorsteherin Uschi Lichtenegger (Grüne) im APA-Interview in den Raum gestellte Fahrbahnredukti...

Wien (APA) - Die von der Leopoldstädter Bezirksvorsteherin Uschi Lichtenegger (Grüne) im APA-Interview in den Raum gestellte Fahrbahnreduktion auf der Praterstraße zugunsten eines breiteren Radwegs stößt in Wien auf Skepsis bis Ablehnung. Nicht nur FPÖ, ÖVP und der ÖTC sprachen sich dagegen aus, auch der Koalitionspartner SPÖ forderte eine „vernünftige Verkehrspolitik“ ein.

SPÖ-Mandatar Gerhard Kubik kritisierte per Aussendung am Freitag das „Vorpreschen“ Lichteneggers: „In dieser Form ist die Diskussion um eine Spurverengung nur ein Aufwärmen eines Wahlkampfthemas.“ Die vom Bezirk initiierte Verkehrsstudie müsse abgewartet werden. „Wir wollen keine Resultate der Erhebung vorwegnehmen. Wenn wir über Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung diskutieren, dann nur, wenn wir alle Fakten kennen. Das ist vernünftige Verkehrspolitik, die alle Interessen wahrt“, meinte Kubik.

FPÖ-Klubobmann Anton Mahdalik ärgerte sich über die „Schnapsidee“ und die „neuerliche Schikane der Wiener Autofahrer“. Die Wegnahme von Fahrspuren würde ein „absolutes Chaos“ zur Folge haben, ergänzte der blaue Bezirksparteiobmann Wolfgang Seidl. Vor allem Pendler aus der Donaustadt würden mit enormen Einschränkungen konfrontiert.

Auch die Volkspartei ist von der „Frotzelei für alle Verkehrsteilnehmer“ alles andere als begeistert. „Die Grünen wollen ihre Ideologie den Menschen zwanghaft auferlegen, damit sie ihr Auto stehen lassen müssen. Das kann nicht sein“, resümierten Verkehrssprecher Manfred Juraczka und die Leopoldstädter Parteiobfrau Sabine Schwarz. Im Bürgerbeteiligungsverfahren hätten viele Bewohner Bedenken bezüglich einer Fahrspurverengung gezeigt. „Sie vertreten die Bevölkerung als Bezirksvorsteherin, nicht Ihre Partei“, richtete die ÖVP Lichtenegger aus.

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Ablehnend äußerte sich zudem der ÖAMTC. Der Wegfall eines Fahrstreifens sei „nicht vorstellbar“, denn als wesentliche Verbindungsstrecke zwischen Innenstadt und Praterstern müsse der Verkehrsfluss unbedingt erhalten bleiben, forderte Nikolaus Authried vom Autofahrerclub. Für Alternativen ist der ÖAMTC aber zu haben - etwa eine Aufhebung der Radweg-Benützungspflicht in der Praterstraße. Außerdem könnten die Radwege in Richtung der Grünflächen - dort, wo es möglich ist - verbreitert werden, so der Vorschlag Authrieds.


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