„Drogensupermarkt“ Son Banya auf Mallorca wird abgerissen

Nach Medienschätzungen fahren an jedem Wochenende im Sommer 200 Fahrzeuge nach Son Banya, um sich mit Drogen einzudecken. Nun wird die Barackensiedlung abgerissen.

Auf Mallorca gibt es noch keine Gemeinde, die Rauchen an Stränden verbietet.
© APA/dpa/Kalaene

Palma de Mallorca – Mit der Zerstörung der ersten drei Baracken hat auf Mallorca der Abriss der umstrittenen sogenannten „Drogensiedlung“ Son Banya östlich der Hauptstadt Palma begonnen. Die erste Etappe sei am Freitag nach zwei Arbeitstagen erfolgreich abgeschlossen worden, teilte die Stadtverwaltung mit.

„Größter Drogensupermarkt“ der Urlaubsinsel

Die Siedlung mit ihren insgesamt 120 Baracken, die seit Jahrzehnten im Volksmund als „größter Drogensupermarkt“ der spanischen Urlaubsinsel gilt, soll bis 2020 völlig verschwunden sein. Bei den ersten drei niedergerissenen Baracken handelte es sich um die Unterkünfte von drei Familien, die sich im Gegensatz zur großen Mehrheit der rund 600 Einwohner bereit erklärt hatten, Son Banya freiwillig zu verlassen. Sie haben Ersatzunterkünfte erhalten. Für 42 weitere Baracken hat die Justiz bereits Räumungsbefehle erlassen. Diese Behausungen sollen nach amtlichen Angaben alle bis Jahresende niedergerissen werden. Es hatte in den vergangenen Monaten viele Proteste der Einwohner gegeben.

„Son Banya ein Ende zu bereiten, ist eine mutige Entscheidung, die durch nichts rückgängig gemacht werden kann“, sagte der linksgerichtete Bürgermeister Antoni Noguera zum Auftakt der seit Jahren von der Politik angestrebten Abrissarbeiten. Der Abriss der drei Behausungen fand unter großer Medienpräsenz und starken Sicherheitsmaßnahmen statt und dauerte relativ lange, weil man noch bewohnte Nachbarbaracken nicht beschädigen wollte.

Touristen seien wichtige Zielgruppe gewesen

Die 1969 von der Franco-Diktatur als Provisorium errichtete Hüttensiedlung liegt in unmittelbarer Nähe des Flughafens von Mallorca, unweit der Playa de Palma und des Ballermanns und nicht einmal zehn Kilometer vom Stadtzentrum von Palma entfernt.

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Nach Medienschätzungen fahren an jedem Wochenende im Sommer im Schnitt rund 2000 Fahrzeuge nach Son Banya, um sich mit Drogen wie Marihuana, Kokain und Heroin im Wert von insgesamt rund 175.000 Euro einzudecken. Touristen seien eine wichtige Zielgruppe, heißt es. Die Siedlung gilt als sehr gefährlich. Erst vor zwei Wochen wurde dort ein 34 Jahre alter Niederländer erschlagen. (APA/dpa)


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