10 Jahre Krise - Chronologie: August und September 2008

Wien (APA) - Vor zehn Jahren brach von den USA ausgehend die schwerste globale Krise seit der Weltwirtschaftskrise der 1930er-Jahre aus. Ihr...

Wien (APA) - Vor zehn Jahren brach von den USA ausgehend die schwerste globale Krise seit der Weltwirtschaftskrise der 1930er-Jahre aus. Ihren Anfang nahm sie am US-Immobilienmarkt, wo Hypothekenbanken schlecht besicherte Wohndarlehen vergaben. Milliarden wurden nicht mehr zurückgezahlt, die Banken gerieten in Zahlungsschwierigkeiten und brachen teils zusammen.

Die Immobilienkrise weitete sich zu einer globalen Finanz-, Wirtschafts- und Politikkrise aus, deren Folgen bis heute spürbar sind.

Nachdem es bereits im März 2008 mit der Pleite und Rettung der US-Investmentbank Bear Stearns zu einem ersten Höhepunkt der Krise kommt, folgt der nächste Schock im Juli mit dem Zusammenbruch der US-Bausparbank IndyMac, dem bis dahin zweitgrößten Bankencrash in der US-Geschichte. Es folgen Wochen mit zwischen Hoffen und Bangen liegenden Stimmen: Während einige Banker und Politiker bereits Licht am Ende des Krisentunnels sehen, warnen andere davor, dass das Ärgste noch nicht ausgestanden sei. Und so sollte es am 15. September 2008 mit dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers dann auch kommen.

Die Lehman-Pleite wird allgemein als Höhepunkt der von den USA ausgehenden Finanzkrise angesehen, deren weltweite Auswirkungen bis heute Wirtschaft und Politik mitbestimmen. Alan Greenspan, der die US-Notenbank Fed bis Ende Jänner 2006 leitete - also bis kurz vor den Ausbruch der Immobilienkrise - und somit ein großes Stück Mitverantwortung trägt, warnte bereits damals, dass es zu einer Umkehr der Globalisierung kommen könnte - mit horrenden Folgen.

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung ab sofort bis auf Weiteres kostenlos digital abrufen

TT E-PaperTT E-Paper

Nach dem Zusammenbruch von Lehman explodierte auch die Meldungslage rund um das Thema Finanzkrise: Alleine im Wirtschaftsressort der APA verdreifachte sich die Meldungszahl gegenüber dem Vormonat August von knapp 300 auf fast 900 Meldungen, im Oktober waren es dann sogar mit gut 2.000 Meldungen etwa sieben Mal so viele. Über alle Ressorts gesehen waren es im September über 1.100 und im Oktober über 2.600 Meldungen zu diesen Themen - also pro Tag im Schnitt fast 90 Meldungen, davon 70 aus dem Wirtschaftsressort.

Der folgende zehnte Teil (in zwei eigenen Meldungen) einer Chronologie wichtiger Ereignisse von vor zehn Jahren betrachtet die Monate August und September 2008. Bisherige Chronologien und Hintergründe wurden 2017 am 3. März, 13. April, 2. Juni, 28. Juli, 23. November und 3. Dezember 2017, sowie 2018 am 8. Februar 2018, 1. April und 3. Juni versendet und behandelten bisher den Zeitraum von Jahresbeginn 2006 bis Juli 2008.

(Den 1. Teil der Chronologie inklusive Hintergründe versandte die APA am 3. März 2017 (APA033), den 2. Teil am 13. April (APA030), den 3. Teil am 2. Juni (APA020), den 4. Teil am 28. Juli (APA259, APA284), den 5. Teil am 23. November (APA033), den 6. Teil am 3. Dezember (APA036), den 7. Teil am 2. Februar 2018 (APA033), den 8. Teil am 1. April 2018 (APA016 und 0017) und den 9. Teil am 3. Juni (APA036 und 0037).)


Kommentieren