Die ganze Welt schaute den Mond an: Vollmond in rötlichem Licht

Spektakuläre Bilder sind rund um den Globus entstanden, als der Vollmond für 103 Minuten in rötliches Licht getaucht war. Nicht überall war das Spektakel schön zu sehen.

Der Mond über der Festung Kufstein.
© Privat/Dominik Zwerger

Wien – Die längste totale Mondfinsternis des Jahrhunderts hat am Freitag zahlreiche Menschen rund um den Erdball in den Himmel schauen lassen. Während australische Himmelsgucker den Wecker stellen mussten, um den „Blutmond“ vor Sonnenaufgang zu sehen, war das seltene Naturschauspiel in Europa an einem lauen Abend zu sehen. Vielerorts, so auch in Wien und Innsbruck, verstellten aber Wolken den Blick auf den Mond.

Von etwa 21.30 Uhr bis gegen 23.15 Uhr war die Scheibe des Vollmonds in Mitteleuropa in ein rötliches Licht getaucht. Mit einer Gesamtdauer von 103 Minuten war die Phase der totalen Verfinsterung des Monds außergewöhnlich lang. Als Zusatzattraktion gab es noch einen wegen seiner derzeitigen Nähe zur Erde besonders hellen und großen Nachbarplaneten Mars zu sehen.

Welt schaute gemeinsam zum Mond

In Indien wurden am Freitag Hindu-Tempel geschlossen, um die angeblich von verdunkelten Himmelskörpern ausgehende negative Energie zu bannen. Ganz anders der Kenianer Teddy Muthusi, der das Schauspiel in der Hauptstadt Nairobi beobachtete. „Genau darum geht es im Leben: Magische Momente wie dieser. Es ist einfach wunderschön“, sprach er vielen anderen Erdbewohnern aus der Seele. Auch in den sozialen Medien beschäftigte viele das Himmelsspektakel. „Ich finde den Gedanken irgendwie wunderschön, dass die ganze Welt heute gemeinsam zum Mond aufschaut“, schrieb ein deutscher Twitter-Nutzer.

Blutmond über Schloss Chambord in Frankreich.
© AFP

In Österreich hatten vor allem die Bewohner der südlichen Bundesländer freie Sicht auf den verfinsterten Mond, wie etwa Bilder von Sternwarte Steinberg bei Graz zeigten. Im ganzen Land gab es zahlreiche organisierte oder spontane „Public Viewings“ der Mondfinsternis und des „Riesen-Mars“.

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In Tirol zunächst bewölkt, dann freier Blick

Am Cobenzl in Wien-Döbling fanden sich auf Einladung der Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie (WAA) Hunderte Schaulustige ein, um dem Naturschauspiel zu folgen. „Für uns ist das natürlich das astronomische Ereignis des Jahres“, sagte WAA-Chef Alexander Pikhard vor Beginn der maximalen Mond-Verfinsterung der APA. In der Folge lugte der Mond allerdings nur schemenhaft aus den Wolken hervor, um in der Folge bis zum Ende der maximalen Verfinsterung um 23.14 Uhr zur Enttäuschung der Anwesenden von einem nahen Gewitter völlig verdeckt zu werden.

Der Mond geht über La Paz in Bolivien auf.
© Reuters

Auch in Innsbruck und im Rest von Tirol versammelten sich viele Mondschauer draußen, um das Spektakel zu beobachen. Doch außer rotstichigen Wolken, Blitzen und den Lichtern der Stadt war zunächst nichts zu sehen. Später verzogen sich dann die Wolken und die Tiroler konnten einen unverstellten Blick auf den Mond werfen. Wir haben die besten Bilde von TT-Lesern in einer Galerie zusammengestellt.

In Deutschland versuchten zahlreiche Menschen bei hochsommerlichen Temperaturen von bis zu 30 Grad, dem Himmelsschauspiel mit bloßem Auge, Fernglas oder Teleskop zu folgen. „Für die derzeit lebenden Menschen ist das ein einmaliges Ereignis“, sagte der Chef der Vereinigung der Sternfreunde in Heppenheim, Sven Melchert. Im Norden, Westen und Süden Deutschlands war die Sicht auf die beiden rötlich leuchtenden Himmelskörper vielerorts recht gut, in Berlin und den östlichen Bundesländern schoben sich Gewitterwolken vor den finsteren Mond. Auch am Alpenrand war das Himmelsspektakel nicht überall zu sehen.

In Griechenland.
© AFP

Erst 2123 längere Mondfinsternis

Hunderte Menschen verfolgten es am Strand von Norderney an der Nordsee. „Viele Hundert Menschen“ zählte auch Stefan Krause von der Volkssternwarte Bonn beim Beobachten auf dem Alten Zoll am Rheinufer. „Das Wetter ist gut und es ist Wochenende“, begründete er das große Interesse. Zudem sei die Mondfinsternis an einem Abend zu sehen und nicht in den Nachtstunden. Rost-rot sei der Mond, schilderte Krause.

In der Schweiz hatten vor allem die Mondbeobachter in Luzern Glück. Der Präsident der dortigen Astronomischen Gesellschaft, Marc Eichenberger, berichtete von einer lockeren Atmosphäre. Es passe alles: das Ereignis falle auf einen Freitagabend, das Wetter sei warm, die Sicht gut. In der Hauptstadt Bern und in Lausanne trübte hingegen der bewölkte Himmel das Erlebnis, berichteten Fotografen.

Erst am 9. Juni 2123 wird es eine drei Minuten längere Mondfinsternis geben. Bei der Mondeklipse stand die Erde auf einer geraden Linie zwischen Sonne und Mond - der Vollmond tauchte also in den Schatten ein, den die von der Sonne angestrahlte Erde ins Weltall wirft.

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Simon Wörle hat den Blutmond über Imst beeindruckend eingefangen.

© Simon Wörle

Dominik Doucha hat den Blutmond über dem Bergpanorama von Reutte aus gesehen aufgenommen.

© Dominik Doucha

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Der Mond vom Kühtai oberhalb des Speichersees aus betrachtet.
© LIEBL Daniel

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