Löw arbeitet hart an Analyse, Bobic findet Özils Rücktritt ,,feige“

Laut Löw-Manager Harun Arslan wird sich der Bundestrainer bald zur Causa Özil äußern wird. Die Rassismus-Vorwürfe kann der Berater nicht nachvollziehen. Damit geht auch Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic konform. Auch er sieht jetzt Löw am Zug.

Der Fußballer Mesut Özil.
© APA/dpa/Anspach

Berlin – Joachim Löws Manager Harun Arslan hat bekräftigt, dass sich der Fußball-Bundestrainer in der Causa Mesut Özil zu Wort melden wird. „Das wird er auch machen – sobald er seine Analyse abgeschlossen und Konsequenzen entschieden hat“, sagte Arslan der „Bild am Sonntag“ in einem Interview. „Ich weiß, dass er hart daran arbeitet.“

Die Rassismus-Vorwürfe in Özils dreiteiliger Erklärung gegen den Deutschen Fußball-Bund und dessen Präsidenten Reinhard Grindel könne er nicht nachvollziehen, betonte der 61-Jährige. „Nein, das kann ich ganz klar sagen. Herr Grindel mag in der Affäre Fehler gemacht haben, aber er ist kein Rassist“, betonte Arslan. „Mit dieser Aussage ist Mesut klar über das Ziel hinausgeschossen.“ Er warne davor, „mit dem schweren Vorwurf des Rassismus zu schnell um sich zu werfen“.

„Pauschalvorwurf entsprich nicht der Realität“

Indes hat EintrachtFrankfurtsSportvorstandFredi Bobic den zurückgetretenenNationalspieler scharf kritisiert und sieht diesen auch alsSpielball einer gesellschaftlichenDebatte. „Klar, er kann sich jetzt in der Türkei abfeiern lassen. Aber das ist ein Trugschluss. Weil er im Endeffekt nur benutzt wurde, um zu spalten – vor allem hier in Deutschland“, sagte Bobic der „Bild am Sonntag».

Dass Özil auchRassismus und Respektlosigkeit anprangerte, kritisierte Bobic: „Das finde ich ehrlich gesagt unerträglich. Dieser Pauschalvorwurf des Rassismus entspricht einfach nicht der Realität.“ Mit den schweren öffentlichenVorwürfen gegen die DFB-Spitze um Präsident ReinhardGrindel habe sich der 29-Jährige „wahrlich nicht als Teamplayer erwiesen“. Bundestrainer Joachim Löw, der langeJahre auf Özil baute, soll vorher nicht informiert worden sein. „Ich finde die Art seines Rücktritts ehrlich gesagt ein bisschen feige“, sagte der frühere Profistürmer.

Ob Löw seinen Schlüsselspieler Özil noch vor dessen Rücktritt aus der Nationalmannschaft für die Länderspiele im September nominiert hätte, konnte auch Löw Managers Arslan nicht sagen. „Ich bin zwar sein Berater. Doch darüber spricht er mit mir nicht“, sagte der Manager. „Er sagt immer: Du hast eh keine Ahnung vom Fußball.“

Für den 46 Jahre alten Sportvorstand Bobic ist es nun an Coach Löw, einStatement abzugeben. „Sein Wort hat Gewicht. Er ist gefordert, Stellung zu beziehen“, sagte der Fußball-Funktionär. (dpa)


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