Krisenstaat Mali wählt neuen Präsidenten

Bamako (APA/AFP/dpa) - Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen hat am Sonntag die Präsidentenwahl in Mali begonnen. Die Bürger in dem westafr...

Bamako (APA/AFP/dpa) - Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen hat am Sonntag die Präsidentenwahl in Mali begonnen. Die Bürger in dem westafrikanischen Krisenstaat konnten sich zwischen 24 Kandidaten entscheiden. Die größten Chancen wurden dem amtierenden Staatschef Ibrahim Boubacar Keita zugerechnet, der sich um eine zweite Amtszeit bewirbt.

Sein wichtigster Herausforderer, Oppositionsführer Soumaila Cisse, könnte sich jedoch nach Meinung von Experten genügend Stimmen sichern, um eine Stichwahl nötig zu machen. Diese würde in zwei Wochen stattfinden.

Die Opposition wirft dem Amtsinhaber Versäumnisse bei der Stabilisierung des Landes vor, in dem jihadistische Rebellengruppen aktiv sind. Mehr als 30.000 malische Sicherheitskräfte waren zum Schutz des Wahlgangs im Einsatz.

Die ersten Auszählungsergebnisse werden 48 Stunden nach Schließung der Wahllokale erwartet, ein amtliches Ergebnis soll am 3. August vorliegen. Falls kein Kandidat die erforderliche Mehrheit erhält, ist für den 12. August eine Stichwahl vorgesehen.

Die internationale Gemeinschaft erhofft sich von der Wahl neue Impulse für den Friedensprozess. Die UNO hatte 2013 eine Blauhelmmission nach Mali entsandt, um das Land zu stabilisieren und eine Machtübernahme durch die Jihadisten zu verhindern. Österreich beteiligt sich mit vier bzw. zehn Soldaten an den Mali-Missionen der UNO (MINUSMA) und der EU (EU).

Der wüstenhafte Norden Malis ist Rückzugsgebiet mehrerer mit Al-Kaida verbundener islamistischer Terrororganisationen. Diese gewinnen jedoch zunehmend auch im bevölkerungsreicheren Zentrum Malis Einfluss. Wegen der instabilen Sicherheitslage wird dort voraussichtlich nur eine Minderheit der Bevölkerung abstimmen - was nach Ansicht von Experten die Glaubwürdigkeit der Wahl untergräbt. Mali ist eines der ärmsten Länder der Welt.


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