Hunderte Flüchtlinge kehrten aus Libanon nach Syrien zurück

Beirut (APA/Reuters) - Hunderte syrische Flüchtlinge sind am Wochenende aus dem Libanon in ihre Heimat zurückgekehrt. Libanesische Fernsehse...

Beirut (APA/Reuters) - Hunderte syrische Flüchtlinge sind am Wochenende aus dem Libanon in ihre Heimat zurückgekehrt. Libanesische Fernsehsender zeigten Aufnahmen von Bussen an der Grenze, die die Syrer in nicht mehr umkämpfte Gebiete bringen sollten.

Die libanesischen Sicherheitskräfte erklärten am Samstag, im Kürze würden Hunderttausende Syrer in ihr Land zurückkehren. In der syrischen Hauptstadt Damaskus einigten sich Vertreter der syrischen Kurden nach eigenen Angaben mit der Regierung auf die Aufnahme von Gesprächen über ein Ende der Gewalt.

Die Regierungen Syriens und des Libanon hatten sich auf die Rückkehr der vor dem Bürgerkrieg geflohenen Menschen verständigt. Es gab bereits mehrere Konvois nach Syrien. Die UNO sieht die Transporte kritisch und argumentiert, die Bedingungen für eine Rückkehr in ein Land, in dem nach sieben Jahren noch immer gekämpft wird, seien noch nicht alle erfüllt.

In dem Konflikt wurden schätzungsweise eine halbe Million Menschen getötet, 5,6 Millionen Syrer sind ins Ausland geflohen, 6,6 Millionen wurden innerhalb des Landes durch die Kämpfe zwischen Rebellen und Regierungstruppen vertrieben. Allein der Libanon hat nach eigenen Angaben 1,5 Millionen Flüchtlinge aufgenommen, gut ein Viertel seiner Bevölkerung. Viele Syrer sind in die Türkei und nach Jordanien geflohen oder in die EU gekommen.

Das Verteidigungsministerium in Russland hat nach Beratungen mit der libanesischen Führung vor wenigen Tagen erklärt, rund 1,7 Millionen Syrer könnten in naher Zukunft aus dem Ausland zurückkehren. Russland ist neben dem Iran der wichtigste Verbündete des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad und unterstützt dessen Armee durch den Einsatz seiner Luftwaffe.

Mit der Regierung in Damaskus sei die Einsetzung von gemeinsamen Ausschüssen vereinbart worden, teilte der maßgeblich von Kurden getragene Demokratische Rat Syriens (SDC) mit. In den neuen Gremien solle ein „Fahrplan für den Weg zu einem demokratischen, dezentralisierten Syrien“ entworfen werden. Der SDC ist der politische Arm der von den USA unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF). Angesichts widersprüchlicher Äußerungen der US-Regierung zur Syrienpolitik sind die Kurden jedoch skeptischer gegenüber ihrem Verbündeten geworden.

Die Kurden kontrollieren etwa ein Viertel des Landes. Das Gebiet umfasst weite Teile im Norden und Osten. Die in Syrien über Jahre hinweg systematisch verfolgten Kurden haben erklärt, keine Unabhängigkeit anzustreben, aber eine Vereinbarung, die ihnen ihre faktische Autonomie auch formell zusichert.


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