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Lkw-Explosion in Bologna: Zahl der Verletzten auf 145 gestiegen

Der Verkehrsminister sprach von Schäden in Millionenhöhe. Neben der eingestürzten Autobahn-Brücke sind mehrere Gebäude schwer beschädigt worden. Der Wiederaufbau soll fünf Monate dauern.

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Die Unfallstelle und die Umgebung waren in eine dunkle Rauchwolke gehüllt.
© APA/AFP/Vigili del Fuoco/Handout

Rom, Bologna — Ein Todesopfer und 145 Verletzte ist die Bilanz der gewaltigen Explosion auf einer Autobahn-Tangente am Montag in Bologna. Keiner der vier Schwerverletzten befinde sich in Lebensgefahr, berichtete der italienische Verkehrsminister Danilo Toninelli im Parlament.

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Bei dem Todesopfer handelt es sich um den italienischen Fahrer des Tankwagens, der Flüssiggas transportierte. Es sei möglich, dass der 42-Jährige am Steuer eingeschlafen und deshalb in ein Stauende gekracht sei. Auch Ablenkung wurde nicht ausgeschlossen. Durch den Auffahrunfall wurde die erste Explosion ausgelöst, die zu einer Kettenreaktion führte.

Unter den Verletzten sind mehrere Polizisten, die versucht hatten, die Verkehrsachse nach der Explosion zu räumen. Der italienische Premier Giuseppe Conte besuchte am Dienstag einige der Verletzten im Krankenhaus und dankte den Sicherheitskräften für ihren Einsatz.

Schäden in Millionenhöhe

Der Verkehrsminister sprach von Schäden in Millionenhöhe. Neben der eingestürzten Autobahn-Brücke sind mehrere Gebäude schwer beschädigt worden. Der Wiederaufbau wird laut Toninelli fünf Monate dauern.

Toninelli forderte modernere Technologien an Bord von Lkw mit Gefahrengut, um das Risiko menschlicher Fehler auf ein Minimum zu reduzieren. So seien automatische Bremssysteme sowie Systeme zur Geschwindigkeitsbeschränkung notwendig, um zu verhindern, dass Lkw auf den Straßen zu fahrenden "Bomben" werden könnten.

Ebenso seien mehr Investitionen für Verkehrssicherheit nötig. Der Lkw-Verkehr müsse verstärkt auf die Schiene verlegt werden, um die italienischen Autobahnen zu entlasten. Zugleich müsse man die Arbeitsbedingungen der Lkw-Fahrer verbessern. "Aus den Bildern des Unglücks geht hervor, dass die Karambolage, die zur Explosion geführt hat, durch Ablenkung verursacht worden ist", so Toninelli im Interview mit der römischen Tageszeitung Il Messaggero. Ermittlungen sollen klären, ob der mit Flüssiggas beladene Lkw, der auf der Autobahn-Tangente in Bologna explodiert ist, allen Sicherheitsstandards entsprach.

In einem Video zeigte die Polizei den verheerenden Ablauf der Ereignisse: Der Tanklaster prallte gegen einen Lkw am Ende eines Staus, die Fahrzeuge fingen Feuer. Nach wenigen Minuten explodierte der Tanklaster. Die Explosion führte zum Einsturz eines Großteils einer Autobahnbrücke auf der A14, die ein für Italiens Nord-Süd-Achse entscheidender Knotenpunkt ist.

Der Explosion folgte eine verheerende Kettenreaktion: Brennende Trümmerteile setzten Autos vor einem Autohaus in der Nähe in Brand, die ebenfalls explodierten. Die Detonationen erschütterten ein Restaurant mit Glasdach, vor dem ein Auto geparkt war. Fensterscheiben barsten. Acht Minuten lang hörte man von überall her Explosionen, berichteten Zeugen. Flammen und dunkler Rauch stiegen auf. Dutzende Anrainer wurden evakuiert.

Explosion löst Debatte um gefährliche Transporte aus

Nach dem Unglück gab es in Italien eine vehemente Diskussion über gefährliche Transporte. 10.000 Lkw mit Gas, Öl und anderer leicht entflammbarer Ladung würden täglich auf Straßen und Autobahnen verkehren. "10.000 Bomben bedrohen täglich die Sicherheit auf den italienischen Autobahnen", kommentierte die römische Tageszeitung La Repubblica. Jährlich würden 3,5 Millionen Lkw mit gefährlicher Ladung auf den italienischen Straßen verkehren.

Der Frächterverband Conftrasporto rief die Polizei auf, festzustellen, ob der explodierte Lkw die Sicherheitsvorkehrungen für den Transport von Flüssiggas erfüllte. Die Opposition verwies auf mangelnde Sicherheit auf dem vor allem in den Sommermonaten stark befahrenen italienischen Autobahnnetz.

Die Autobahn A14 ist seit Dienstagvormittag wieder in beiden Richtungen befahrbar. (APA)


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