Experte sieht Abwärtsspirale in Beziehungen zwischen Russland und USA

Moskau/Washington (APA/dpa) - Angesichts der neuen US-Sanktionen gegen Russland hat ein russischer Außenpolitikexperte vor einer Abwärtsspir...

Moskau/Washington (APA/dpa) - Angesichts der neuen US-Sanktionen gegen Russland hat ein russischer Außenpolitikexperte vor einer Abwärtsspirale in den Beziehungen zwischen Moskau und Washington gewarnt. „Letzten Endes werden die bilateralen Beziehungen komplett zerstört sein“, sagte der Politologe Fjodor Lukjanow der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Moskau.

Die USA hatten vergangene Woche neue Strafmaßnahmen gegen Russland angekündigt. Hintergrund ist der Fall des in Großbritannien vergifteten russischen Ex-Agenten Sergej Skripal. Washington macht Moskau für die Tat verantwortlich; Russland bestreitet dies. Die Sanktionen sollen noch im August in Kraft treten. Zunächst war unklar, welche Wirtschaftszweige davon betroffen sein sollen.

Lukjanow, der Herausgeber der Zeitschrift „Russia in Global Affairs“, meinte im Hinblick auf die ersten 100 Tage des wiedergewählten Präsidenten Wladimir Putin, der Staatschef versuche, nicht zu eskalieren und keine aggressiven Schritte zu unternehmen. „Aber es funktioniert nicht. Die Stimmung um Russland verschärft sich trotzdem.“ Russland müsse sich nun darauf konzentrieren, seine eigenen Ressourcen zu konsolidieren und die Beziehungen zu anderen Staaten zu stärken, um die Krise zu überstehen, sagte Lukjanow.


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