Mediziner sind laut Studie bei richtigem Arbeitsumfeld gesünder

Innsbruck (APA) - Die aus dem FWF-Projekt „Wohlbefinden und Gesundheit für MedizinerInnen“ hervorgegangene Studie will die Bedingungen für d...

Innsbruck (APA) - Die aus dem FWF-Projekt „Wohlbefinden und Gesundheit für MedizinerInnen“ hervorgegangene Studie will die Bedingungen für das Gesundbleiben von Medizinstudenten und Jungärzten offenlegen. Dazu wurden 400 Medizinstudenten über vier und 275 Jungärzte über eineinhalb Jahre befragt und beobachtet. Man kam etwa zu dem Ergebnis, dass Ärzte leistungsfähiger und gesünder sind, wenn das Arbeitsklima passt.

Über Burn-Out & Co möchte der Gesundheitspsychologe und Projektleiter Stefan Höfer von der Medizinischen Universität Innsbruck lieber nicht reden. Anstatt in der Studie zu untersuchen und zu zeigen, wie schlecht es vielen angehenden Ärzten und Medizinstudenten angesichts des hohen Leistungs- und Verantwortungsdrucks geht, soll das Projekt die Frage beantworten, „welche Faktoren gesundheitsfördernd sind und das Wohlbefinden stärken“, wie Höfer gegenüber der APA sagte.

Die vorliegenden Ergebnisse dieser „Faktorensuche“, die Höfer und sein Team in Kooperation mit dem Arbeits- und Organisationspsychologen Thomas Höge von der Universität Innsbruck generierten, klingen überaus einleuchtend. So nennt Höfer eine „offene Kommunikationskultur“ und „Wertschätzung unter Kollegen“ als zentrale Aspekte für die Gesundheit von Medizinern. Auch Probleme auf Stationen oder in Ambulanzen sollten ohne Angst vor negativen Konsequenzen angesprochen werden dürfen. Ebenjene Angst sollte übrigens auch bereits im Studium keine Rolle spielen. „Angst ist nicht gerade der beste Motivator“, strich Höfer einen zentralen Aspekt für das Wohlbefinden von künftigen Ärzten hervor.

Das Projekt, das Höfer explizit nicht als Anwendungs-, sondern als Grundlagenprojekt verstanden wissen will, soll nunmehr dazu führen, dass sich die Verantwortlichen vor Ort ein Herz nehmen und der Gesundheit zuträgliche Rahmenbedingungen schaffen. Eine „Entwicklung praxistauglicher Instrumente“ etwa bei Studien- und Berufsberatung oder ein „gesundheitsförderliches Arbeitsklima“ sind vorrangige Wünsche der Studien- und Projektleiter Höfer und Höge. Erst dann, so sind sich die Köpfe hinter dem Projekt einig, können sich die Charakterstärken und die generellen Stärken der Jungärzte entfalten und Sinn in der eigenen Tätigkeit erlebt werden. Die dadurch zur Anwendungen kommenden „Soft Skills“ sind dann wiederum gut fürs Arbeitsklima.


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