Stationentheater: Im Bunker von Hinterbrühl auf Karl Mays Spuren

Hinterbrühl/Mödling (APA) - Generationen zumeist männlicher Leserschaft haben in jungen Jahren die Bücher von Karl May verschlungen. Bruno M...

Hinterbrühl/Mödling (APA) - Generationen zumeist männlicher Leserschaft haben in jungen Jahren die Bücher von Karl May verschlungen. Bruno Max hat mit „Karl MayBe. Mit Schmetterhand und Silberbüchse. Die erschwindelten Lebensreisen des Zuchthäuslers Karl May“ einmal mehr ein extravagantes Stationentheater im Bunker Hinterbrühl konzipiert, wie sich am Sonntagabend bei der Premiere gezeigt hat.

Wie immer werden die Zuseher im 15-Minuten-Takt durch das unterirdische Gangsystem geschleust, wo innerhalb knapp eineinhalb Stunden eine dichte und bilderreiche Szenenfolge zu durchwandern ist. Die Biografie des Karl May, der nach einer kriminell durchsetzten Jugend zum Erfolgsautor avancierte und von so unterschiedlichen Zeitgenossen wie Bertha von Suttner und Adolf Hitler verehrt wurde, bietet vielerlei Ansatzpunkte für dramatische Auseinandersetzung.

In seinen Alter Egos Old Shatterhand und Kara Ben Nemsi vermochte May seine Allmachtsgelüste und realen Niederlagen zu kompensieren. Man folgt seinem Lebensweg auf einer labyrinthischen Wanderung, wobei Bruno Max wiederum ein enormes Ensemble aufbietet (allein für den Protagonisten in verschiedenen Altersstufen stehen acht Schauspieler zur Verfügung), was nicht zuletzt in der Koordinierung der Abläufe eine erstaunliche logistische Leistung darstellt.

Am Ende seines Lebens holt May seine fingierten Reisen doch nach und ist entsetzt von den realen Erfahrungen, die seinen literarischen Idealisierungen so wenig entsprechen. Einen „wehmütigen König im Exil“ erblickt Max in May und bringt diesem „ungewöhnlichen Kerl“ in seiner ungewöhnlichen Hommage spürbaren Respekt entgegen. Howgh!

(S E R V I C E - Bruno Max: „Karl MayBe. Mit Schmetterhand und Silberbüchse. Die erschwindelten Lebensreisen des Zuchthäuslers Karl May“, Theater im Bunker, Hinterbrühl bei Mödling. Bis 2. September, jeweils donnerstags bis sonntags, gestaffelte Beginnzeiten ab 18.30 bis 21.00 Uhr. Tickets und Information: Tel. 02236/42 999 oder 01/544 20 70, www.theaterzumfuerchten.at)

(B I L D A V I S O – Pressebilder stehen unter https://bettinafrenzel.wordpress.com/2018/08/11/karl-maybe-theater-i m-bunker zum Download bereit.)


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