Motorrad: Doktor Rossi in der Ambulanz - Yamaha nicht schnell genug

Spielberg/Mattighofen (APA) - Von Startplatz 14 auf Rang 6. Damit hat Valentino Rossi beim Grand Prix in Österreich zumindest Schadensbegren...

Spielberg/Mattighofen (APA) - Von Startplatz 14 auf Rang 6. Damit hat Valentino Rossi beim Grand Prix in Österreich zumindest Schadensbegrenzung betrieben. „Immerhin, es hat mich keiner überholt“, grinste Italiens 39-jährige Motorrad-Ikone. Rossi läuft freilich Gefahr, am Karriere-Ende einen Dämpfer davonzutragen. Seine Yamaha lief in Spielberg so schlecht, dass sich die japanischen Bosse öffentlich entschuldigten.

Kouji Tsuya, Nummer zwei im YZR-M1-Projekt, gab nach den Startplätzen 12 für Maverick Vinales und 14 für Rossi zu, dass gerade etwas massiv nicht stimmt. Hauptproblem des japanischen Bikes scheint fehlende Beschleunigung zu sein, was sich auf dem Stop-and-Go-Powerkurs in Österreich besonders krass auswirkte. Im Training waren die beiden Yamahas über eine Sekunde zurück, seit nunmehr 21 Rennen ist man ohne Sieg. Das ist Yamaha in der Zweirad-Königsklasse zuletzt vor 20 Jahren passiert.

Dabei hatte es vergangenes Jahr noch ganz anders ausgesehen. Da hatte Vinales bei den Wintertests alles in Grund und Boden gefahren und führte dank drei Rennsiegen bis Juni sogar in der WM. Auch Rossi gewann in Assen. Dann aber ging offenbar etwas schief.

Rossi erklärte es in Spielberg so. Er weise Yamaha seit Längerem auf ein spezielles Problem hin. „Honda und Ducati haben sehr viel an ihren Bikes verändert. Es ist eine Mischung aus Elektronik und Motor“, lieferte der „Doktor“ Hinweise auf das mögliche Problem. Ob da eine Entschuldigung reicht? „Mir ist ausschließlich wichtig, dass sie das Motorrad endlich verbessern“, winkte der 115-fache GP-Sieger sauer ab.

Der neunfache Champion Rossi ist 2018 trotz aller Probleme nach 11 von 19 Saisonläufen immer noch WM-Zweiter. Allerdings nun schon 59 Punkte hinter WM-Leader Marc Marquez und sein zweiter Platz gerät bei nur noch 12 Zählern Vorsprung auf den immer stärker werdenden Spielberg-Sieger Jorge Lorenzo (Ducati) immer mehr in Gefahr.

Rossi tröstete sich damit, dass es schon bei den nächsten Rennen in Silverstone und Misano wieder besser laufen sollte. In Österreich sei er ohne Podest-Chance gewesen. „Mehr als Platz fünf wäre so oder so nicht drin gewesen. Wir haben hier wirklich stark gelitten“, dachte Rossi auch an seine tausenden Fans auf der „gelben“ Tribüne.

Während Rossi, Vinales und Yamaha in Spielberg ihre Wunden leckten, strahlte Marc Marquez nach der gigantischen Zweirad-Show vor 95.000 Fans auch über Platz zwei. Zwar musste der Spanier in Spielberg seinem künftigen Honda-Teamkollegen Lorenzo („Einer meiner schönsten Siege: Es ist immer speziell, Marc zu besiegen“) geschlagen geben und hat damit auf dem Red Bull Ring noch immer nicht gewonnen: Der Weg zum fünften MotoGP-Titel stimmt aber.

Bei K hat man noch in Spielberg auf die aktuelle Verletzungsserie reagiert und Randy de Puniet als Testfahrer-Ersatz für Mika Kallio verkündet. Der erfahrene Franzose absolvierte bis 2014 in der MotoGP 140 Starts und fuhr danach auch in der Superbike-WM. Er erhielt einen Vertrag bis Jahresende.

„Das 2019er-Motorrad ist fertig, das gehört dringend gefahren. Wir haben 2019 zwei Teams und vier Fahrer, brauchen also acht Bikes. Es ist viel zu tun“, erklärte KTM-Motorsportchef Pit Beirer.

Dass Bradley Smith in Spielberg als „Solist“ Platz 14 und damit zwei WM-Punkte geholt hatte, freute Beirer sehr. „Er hatte als einziger KTM-Pilot ziemlichen Druck. Schön, dass er die Party nicht versaut hat“, sagte Beirer auf Servus TV, das die Motorrad-WM auch ab 2019 und für weitere fünf Jahre exklusiv in Österreich und Deutschland überträgt. Wer am 26. August in Silverstone neben Smith antreten könnte, sollte neben Kallio (Knie) auch Pol Espargaro (Schlüsselbein) noch immer nicht einsatzfähig sein, ist aber nach wie vor offen.

~ ISIN AT0000645403 WEB http://www.ktm.at ~ APA108 2018-08-13/10:24


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