Europas Leitbörsen bleiben zu Mittag einheitlich im Minus

Frankfurt am Main (APA) - Die Währungskrise in der Türkei hat die Leitbörsen Europas auch zum Wochenstart weiter belastet. Am Montag im Mitt...

Frankfurt am Main (APA) - Die Währungskrise in der Türkei hat die Leitbörsen Europas auch zum Wochenstart weiter belastet. Am Montag im Mittagshandel fiel der Euro-Stoxx-50 um 25,63 Einheiten oder 0,75 Prozent auf 3.400,65 Punkte.

Der DAX in Frankfurt notierte mit 12.338,73 Punkten und minus 85,62 Einheiten oder 0,69 Prozent. Der FT-SE-100 der Börse London verlor um 42,65 Zähler oder 0,56 Prozent und steht nun bei 7.624,36 Stellen.

Zum Start der neuen Woche hat die türkische Lira ihre Talfahrt weiter fortgesetzt. Erstmals mussten zwischenzeitlich mehr als sieben Lira für einen Dollar gezahlt werden, für einen Euro wurden erstmals mehr als acht Lira fällig. Seit Jahresstart hat die türkische Währung bereits rund 40 Prozent an Wert verloren.

Hinzu kommt, dass mit heute, Montag, neue US-Stahlzölle für die Türkei in Kraft getreten sind. So hat Donald Trump am Freitag die Verdoppelung der Tarife in Höhe von 50 Prozent statt bisher 25 Prozent angeordnet.

Wirtschaftsexperten blicken mit großer Sorge auf die Lage in der Türkei. Die Ankündigung von US-Sanktionen gegen die Türkei, die seit Montagmorgen gelten, seien der „Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat“, sagte der Chef des Münchner Wirtschaftsforschungsinstituts Ifo, Clemens Fuest. Die Türken sollten nun um Hilfe beim IWF ansuchen.

Am Markt herrscht vor allem Sorge darüber, dass sich die Türkei-Krise auch auf das europäischen Bankensystem ausweiten könnte. Vor diesem Hintergrund gehörten Bankwerte europaweit zu den schwächsten Werten. Im Euro-Stoxx-50 verloren BBVA 3,78 Prozent, Deutsche Bank gaben 2,17 Prozent ab und ING Groep fielen um 3,00 Prozent.

In Mailand büßten UniCredit 3,46 Prozent ein. Die italienische Bank hält eine 40,9-prozentige Beteiligung an der türkischen Yapi Kredit Bank mit Sitz in Istanbul.

Auch Werte aus der Reise- und Tourismus-Branche waren betroffen von den Sorgen um eine türkische Wirtschaftskrise. In London gaben Thomas Cook 2,16 Prozent ab und TUI verloren 3,03 Prozent. Auch Luftfahrt-Aktien wie Lufthansa (minus 0,70 Prozent) oder IAG (minus 1,80 Prozent) gaben Terrain ab.

Abseits der Sorgen um die Türkei richtete sich die Aufmerksamkeit der Anleger in Europa auf die Aktien von Bayer, die in der Früh um mehr als 11 Prozent abrutschten. Die Bayer-Tochter Monsanto ist in den USA im ersten Prozess wegen angeblich verschleierter Krebsrisiken ihres Unkrautvernichters Roundup mit dem umstrittenen Wirkstoff Glyphosat zu einem Schadenersatz von 285 Millionen Dollar verurteilt worden.

~ ISIN EU0009658145 ~ APA190 2018-08-13/12:14


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