Aryzta plant Kapitalerhöhung

Zürich (APA/awp/sda) - Beim Schweizer Backwarenhersteller Aryzta haben sich die Spekulationen um eine geplante Kapitalerhöhung bestätigt. Mi...

Zürich (APA/awp/sda) - Beim Schweizer Backwarenhersteller Aryzta haben sich die Spekulationen um eine geplante Kapitalerhöhung bestätigt. Mit der Ausgaben neuer Aktien im Volumen von 800 Mio. Euro soll die finanzielle Lage stabilisiert werden. Zugleich wurden Aussagen zum Geschäft im vierten Quartal gemacht und die Guidance für das Gesamtjahr bestätigt. Der Aryzta-Aktienkurs steht erneut unter Druck.

Das Unternehmen will neue Aktien unter Gewährung des Bezugsrechts der bestehenden Aktionäre ausgeben. „Die Kapitalerhöhung wird uns mit einer deutlich besseren Kapitalstruktur ausstatten“, sagte Konzernchef Kevin Toland an einer Telefonkonferenz am Montag. „Der Schritt war nicht unsere erste Wahl. Das gibt uns jedoch mehr Zeit, Bewegungsfreiheit und finanzielle Flexibilität, um die geplanten Kostensenkungen und operativen Maßnahmen umzusetzen.“

Weitere Details zur geplanten Kapitalmaßnahme sollen mit der Vorlage der Zahlen zum Geschäftsjahr 2017/18 am 1. Oktober veröffentlicht werden. Die Ausgabe der neuen Aktien soll, vorbehältlich der Zustimmung der Aktionäre, im vierten Quartal 2018 erfolgen.

Die Einnahmen durch den Schritt sollen vor allem für den Schuldenabbau verwendet werden. Ziel sei, die Bedingungen der bestehenden Darlehen und revolvierenden Kreditfazilität zu ändern, hieß es weiter.

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Zudem gibt das Unternehmen ein Update zum Geschäftsgang. Der Handel habe sich im vierten Quartal im Rahmen der Erwartungen entwickelt und auf Stufe EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, Anm.) bestätigt Aryzta für das Gesamtjahr die Guidance von 296 bis 304 Mio. Euro. Zudem habe man sich bis Ende Juni im Rahmen der Kredit-Vereinbarungen bewegt.

Weiter wurden Details zum im Mai angekündigten Kostensenkungsprogramm veröffentlicht. Die nicht wiederkehrenden Kosten für die Maßnahmen werden mit 150 Mio. Euro in den kommenden drei Jahren beziffert. Die Maßnahmen unter dem Namen „Project Renew“ sollen Kosteneinsparungen von jährlich rund 90 Mio. Euro bis zum Geschäftsjahr 2021 bewirken, heißt es weiter.

Das Ziel einer Schuldenreduktion um 1 Mrd. Euro in den kommenden vier Jahren wird bekräftigt, ebenso der Verkauf von Unternehmensteilen im Volumen von 450 Millionen. „Wir halten an den Plänen zum Verkauf des Picard-Anteils fest und es ist ein laufender Prozess“, sagte Toland. Weitere Angaben zum Stand des Verkauf wollte der Unternehmenschef nicht machen. „Wir befinden uns in einem mehrjährigen Turnaround-Prozess und werden die Fokussierung auf das Kerngeschäft weiterführen.“

Spekulationen über eine bevorstehende Kapitalerhöhung und Verzögerungen beim geplanten Verkauf des Picard-Anteils hatten in den vergangenen beiden Wochen die Aktien von Aryzta massiv unter Druck gebracht. Die Analysten zeigen sich wenig überrascht und hatten einen solchen Schritt bereits angemahnt.

Die Aryzta-Aktien notieren am Vormittag um 5,3 Prozent niedriger bei 8,30 Franken (7,29 Euro). Ende Juli lag der Kurs noch bei rund 14 Franken, Anfang Jahr noch über 38 Franken. Im September werden die Aktien aus dem SLI-Index der 30 wichtigsten Aktien gestrichen.


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