Die Alphörner müssen ins Tal

Die internationale Älplerletze wurde überraschend vom Hahnenkamm in Höfen abgezogen, das Event scheitert an der Bewirtung. Noch immer fehlt die Pistenfreigabe.

© Helmut Mittermayr

Von Helmut Mittermayr

Höfen –Der Hahnenkamm in Höfen ist ein anspruchsvolles Skigebiet und für die Region unverzichtbarer Bestandteil des touristischen Angebots, gerade auch im Sommer. Der Berg liegt auch im Fokus der Allgemeinheit – kann man den Akteuren doch quasi von Reutte aus zusehen. Vor der Übernahme durch einen heimischen Unternehmer vor zwei Jahren drehte sich die Diskussion meist um den Investitionsstau, danach eher um das Miteinander am Berg.

So entzog der Substanzverwalter der Gemeindegutsagrargemeinschaft Höfen, Bürgermeister Vinzenz Knapp, den Reuttener Seilbahnen das Recht zur Benützung der Pistenflächen, weil die Entschädigung nicht bezahlt worden war. „Das machte 9000 Euro aus. Inzwischen ist aber alles überwiesen worden“, erklärt Knapp auf Nachfrage der TT. Überfahrtsrecht gibt es trotzdem weiter keines. Denn im Zuge der Auseinandersetzung ließ der Höfener Gemeindechef nun auch einen neuen Vertrag erstellen, der unter anderem das Prozedere am Berg, wie etwa die Materialanlieferung per Bahn für gastronomische Mitbewerber, regeln soll. Knapp: „Vieles stammte aus den 60er- und 70er-Jahren und war an die heutigen Gegebenheiten nicht angepasst.“ Noch ist nichts unterschrieben, bis zum ersten Schneefall sollten sich die Parteien allerdings gefunden haben. Sonst können Wintersportler gleich in den Gondeln sitzen bleiben.

Vor wenigen Tagen war zudem von Bahnseite moniert worden, dass das Löschwasser im gemeinsamen Hochbehälter zur Neige gegangen sei. Trotz der aktuellen Hitzeperiode hatte ein Mitnutzer die eigenen Pufferspeicher derart befüllt, dass das Wasser knapp geworden war. Das hatte zur Folge, dass die Feuerwehren von Höfen, Reutte und Lechaschau auf Bitte der Gemeinde Höfen mit ihren „Tankern“ den Berg hinaufschnauften und den Hochbehälter wieder befüllten. Rund 14 m³ Schüttung reichen normalerweise für Singer Hütte, Bergstation und Höfener Alm aus. Die Cilly Hütte verfügt über eine eigene Quelle.

Und letzter Gesprächsstoff ist die aktuelle Verlegung der 19. internationalen Älplerletze. Das einmal im Jahr stattfindende hochalpine Treffen mit 40 Alphornbläsern und Schellern, das alternierend in Oberstdorf, Walsertal, Tannheimer Tal und am Hahnenkamm stattfindet und bis zu 2000 Besucher anzieht, musste kurzfristig verlegt werden. Längst waren alle Flyer für den 30. September gedruckt, die Werbekanäle gefüttert, da scheiterte es an der Bewirtung.

TT-ePaper gratis testen und 5 x 1.000 € Geburtstagsgeld gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt testen
TT ePaperTT ePaper

Dazu der Veranstalter, TVB-Obmann Hermann Ruepp: „Man hat sich einfach nicht mehr darüber hinausgesehen. Das letzte Mal half noch ein Verein, der diesmal nicht zur Verfügung steht, enorm mit. Die Pächter der Bergstation erklärten, den Ansturm allein nicht bewältigen, und der Bahneigentümer gleichfalls, kein Caterer für über 1000 Besucher sein zu können. Und die Höfener Alm hätte den letzten Tag geöffnet gehabt – so haben wir entschieden, die Älplerletze kurzfristig zur Musteralpe an den Plansee zu verlegen. Dort sind inklusive Hotel Forelle, zwei Kiosken und der Alpe selbst 500 Sitzplätze garantiert.“ Der Bahnbetreiber war am Dienstag für eine Stellungnahme nicht erreichbar.


Kommentieren


Schlagworte