„Mühxi“ soll elektrisch werden

Beim erfolgreich angelaufenen Dorftaxi-Projekt in Mühlbachl könnte künftig ein moderner E-Bus zum Einsatz kommen.

© Domanig

Von Michael Domanig

Mühlbachl –In der Wipptaler Gemeinde Mühlbachl geht – besser gesagt fährt – man neue Wege in Sachen öffentlicher Mobilität. Schon seit September 2017 ist das Dorftaxi „Mühxi“ unterwegs: Der Kleinbus verbindet seither Weiler rund um Mühlbachl (Statz, Mützens, Matreiwald) mit Matrei am Brenner – und ermöglicht somit, besonders für ältere Menschen, bequeme Arzt-, Apotheken- und Bankbesuche. Im heurigen Februar wurde das Projekt auf Schulkinder erweitert, die vom Weiler Mützens aus nun mit dem Bus in die Schule und wieder zurück fahren können – und nicht mehr von ihren Eltern chauffiert werden müssen.

Das Ortstaxi, das bisher um die 6000 Kilometer zurückgelegt hat, werde so gut angenommen, dass es vom Verkehrsverbund Tirol (VVT) in den Fahrplan aufgenommen wurde, freut sich „Mühxi“-Initiator Vize-BM Christian Papes. Alle Besitzer einer VVT-Zeitkarte, eines Schüler- bzw. Lehrlingstickets oder einer Senioren-Jahreskarte fahren damit gratis, die anderen zahlen einen Euro pro Fahrt.

Nun wollen die Mühlbachler einen Schritt weiter gehen: Noch bis Freitag testet man einen modernen Niederflur-Elektrobus. Er bietet bis zu 18 Plätze (davon zwölf bis 13 Sitzplätze), ist für den Transport von Rollstühlen und Kinderwägen geeignet, hat eine Reichweite von 170 Kilometern und ist in rund eineinhalb Stunden aufgeladen. Die Buselektrik wird über eine mit Solarzellen betriebene Zusatzbatterie versorgt.

Ziel sei es, die „Mühxi“-Route künftig elektrisch zu betreiben, erklärt BM Alfons Rastner. Gestern gab es eine gemeinsame Testfahrt Richtung Maria Waldrast. Geplant ist nämlich auch, die Waldrast – ebenso wie das Bildungshaus St. Michael in Pfons – neu miteinzubinden.

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„Als neues Klimabündnis-Mitglied haben wir die Verpflichtung, etwas zu tun“, betont Papes, „E-Mobilität ist hier optimal.“ Gespräche mit dem Land Tirol sollen nun klären, ob und wie das Ganze finanziell zu stemmen ist. Der E-Bus würde ca. 140.000 bis 150.000 Euro kosten.

LHStv. Ingrid Felipe zeigte sich beim Lokalaugenschein begeistert „von solchen bedarfsgerechten Angeboten. Es muss nicht immer ein großer Linienbus sein.“ Auch andernorts, etwa in Osttirol, arbeite man intensiv an kleinen, maßgeschneiderten Lösungen.


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