St. Pölten ist längst kein Punktelieferant mehr

Wacker-Coach Karl Daxbacher spionierte beim 2:0-Sieg von St. Pölten gegen Sturm und war vom Auftritt seines Ex-Klubs beeindruckt.

Wacker-Coach Karl Daxbacher.
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Von Wolfgang Müller

Innsbruck –Mit 20 Punkten in 36 Runden schloss St. Pölten die letztjährige tipico-Bundesliga als abgeschlagener Letzter ab. Bewältigte Vergangenheit, wie der Start in die neue Saison beweist. Als Tabellenzweiter gastieren die Niederösterreicher am kommenden Samstag im Tivolistadion beim Aufsteiger FC Wacker. Wer glaubt, dass die Hürde St. Pölten von den zuletzt in Altach siegreichen Schwarzgrünen leicht zu nehmen ist, der täuscht sich gewaltig. Was auch FCW-Coach Karl Daxbacher nach seinem Lokalaugenschein in der NV-Arena bestätigt.

„Sehr gut organisiert, defensiv stark“, sah Daxbacher im Auftritt der Niederösterreicher gegen Sturm eine Parallele zur Darbietung seiner Schwarzgrünen in Altach. Die Grazer hatten zwar mehr Ballbesitz, ohne allerdings zu großen Chancen zu kommen. „St. Pölten spielt konsequent mit einem 5/3/2-System und riskiert wenig.“ Heißt für den FC Wacker, dass man auf der Hut sein muss und der Truppe von Didi Kühbauer nicht ins offene Messer laufen darf. Vor knapp zwei Jahren wurde Aufstiegsspezialist Daxbacher übrigens bei den Niederösterreichern vorzeitig entlassen. Ist da noch eine offene Rechnung zu begleichen? „Nein. Diese Sache ist abgeschlossen und für mich erledigt. Aber die drei Punkte am Samstag wollen wir uns natürlich schon holen“, schmunzelt der 65-Jährige, dem in dieser Woche der komplette Kader zur Verfügung steht. Fraglich ist, ob Neuzugang Cheikhou Dieng rechtzeitig für Samstag seine Spielgenehmigung erhält.

Didi Kühbauer.
© gepa

St. Pölten prolongierte mit dem überraschenden 2:0 gegen Vizemeister Sturm Graz seine gute Form. Das Kühbauer-Team gewann somit fünf der letzten sechs Bundesliga-Spiele und rückte damit hinter Titelverteidiger Salzburg zwischenzeitlich auf den zweiten Tabellenplatz vor. Euphorie kam dennoch keine auf. „Mit dem Start kann man natürlich zufrieden sein, aber wir müssen am Boden bleiben“, sagte Torschütze Daniel Luxbacher.

Nach der chaotischen Sommerpause, in der die Ligazugehörigkeit nach dem Rechtsstreit um die Wertung des Relegationsrückspiels gegen Wiener Neustadt erst knapp zwei Wochen vor Ligastart festgestanden war, erscheint das bisher Erreichte noch überraschender. Einen Schlüssel zum Erfolg sehen die Beteiligten an den gezielten Verstärkungen. „Ich habe die Leute geholt, von denen ich überzeugt bin“, erklärte Kühbauer nach dem Sieg gegen Sturm. „Das, was wir ihnen mitgeben, setzten die Burschen fast perfekt um. Da arbeiten die Jungs wirklich sehr gut.“ Ähnlich äußerte sich der von Salzburg ausgeliehene Luca Meisl. „In der Vorbereitung waren viele Neue dabei, da haben wir die Abläufe gut trainiert.“

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Der Weg zum zweiten Saisonsieg habe vor allem über eine starke Abwehrleistung geführt. „Es war eine harte Arbeit in einem guten Kollektiv“, sagte der 19-jährige Verteidiger Meisl, der in St. Pölten einen „sehr interessanten Verein für meine Entwicklung“ sieht.


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