Europas Leitbörsen schließen in der Verlustzone

Frankfurt am Main (APA) - Die Leitbörsen Europas haben den Handel am Montag in der Verlustzone beendet. Beherrscht wurde das Sentiment wie b...

Frankfurt am Main (APA) - Die Leitbörsen Europas haben den Handel am Montag in der Verlustzone beendet. Beherrscht wurde das Sentiment wie bereits in der vergangenen Woche von den Sorgen um die Währungskrise in der Türkei. Der Euro-Stoxx-50 fiel um 0,48 Prozent auf 3.409,68 Einheiten.

Zum Wochenstart hat die türkische Lira ihren Abwärtstrend der vergangenen Tage fortgesetzt, nachdem heute Früh verdoppelte US-Strafzölle auf Stahl aus der Türkei in Kraft getreten waren. Seit Jahresbeginn hat die türkische Währung damit bereits 40 Prozent ihres Werts eingebüßt. Die türkische Notenbank hat bereits angekündigt, „alle notwendigen Maßnahmen“ zur Wahrung der Finanzstabilität zu ergreifen. Die Aussagen halfen dem Kurs der Lira aber nur kurzzeitig.

Auch an der Börse in Istanbul ging es heute klar bergab. Der Leitindex ISE 100 rutschte bis Handelsschluss um rund 2,4 Prozent ab, nachdem die Kurse bereits vor dem Wochenende merklich abgesackt waren. Seit Jahresbeginn hat der türkische Leitindex bereits mehr als ein Viertel eingebüßt.

Wirtschaftsexperten blicken mit Sorge auf die Lage in der Türkei. Die Ankündigung von US-Sanktionen gegen die Türkei, die seit Montagmorgen gelten, seien der „Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat“, sagte der Chef des Münchner Wirtschaftsforschungsinstituts Ifo, Clemens Fuest. Die Türken sollten nun um Hilfe beim IWF ansuchen.

TT-ePaper gratis testen und 5 x 1.000 € Geburtstagsgeld gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt testen
TT ePaperTT ePaper

Am Markt herrscht vor allem die Sorge, dass sich die Türkei-Krise auch auf das europäischen Bankensystem ausweiten könnte. Am Freitag hatte bereits die „Financial Times“ berichtet, dass sich die Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB) angesichts der Kursverfalls der Lira Sorgen um die Engagements mancher europäischer Banken in der Türkei mache. Genannt wurde die spanische BBVA, die italienische Bank-Austria-Mutter UniCredit und die französische BNP Paribas.

Vor diesem Hintergrund gehörten Bankwerte europaweit zu den schwächsten Werten. Im Euro-Stoxx-50 verloren BBVA 3,23 Prozent, BNP Paribas gaben 1,05 Prozent ab und Banco Santander fielen um 2,43 Prozent.

Abseits der Sorgen um die Türkei richtete sich die Aufmerksamkeit der Anleger in Europa auf die Aktien von Bayer, die bis Handelsschluss um 10,31 Prozent abrutschten. Die Bayer-Tochter Monsanto ist in den USA im ersten Prozess wegen angeblich verschleierter Krebsrisiken ihres Unkrautvernichters Roundup mit dem umstrittenen Wirkstoff Glyphosat zu einem Schadenersatz von 285 Millionen Dollar verurteilt worden.

~

Index Aktuell Änderung Änderung Zuletzt

Punkte Prozent Wien ATX 3.298,45 -28,00 -0,84 3.326,45 Frankfurt DAX 12.358,74 -65,61 -0,53 12.424,35 London FT-SE-100 7.642,45 -24,56 -0,32 7.667,01 Paris CAC-40 5.412,32 -2,36 -0,04 5.414,68 Zürich SPI 10.734,17 -32,91 -0,31 10.767,08 Mailand FTSEMIB 20.969,26 -121,52 -0,58 21.090,78 Madrid IBEX-35 9.530,40 -71,70 -0,75 9.602,10 Amsterdam AEX 561,19 -1,79 -0,32 562,98 Brüssel BEL-20 3.801,93 -17,01 -0,45 3.818,94 Stockholm SX Gesamt 1.611,80 -5,02 -0,31 1.616,82 Europa Euro-Stoxx-5 3.409,68 -16,60 -0,48 3.426,28

0

Euro-Stoxx 380,14 -1,30 -0,34 381,44 ~

~ ISIN EU0009658145 ~ APA386 2018-08-13/18:06


Kommentieren