UNO: Mehr als 100 tote und verletzte Zivilisten bei Kämpfen in Ghazni

Ghazni/Kabul (APA/dpa) - Bei Gefechten zwischen Armee und Taliban in der ostafghanischen Stadt Ghazni sind mehr als 100 Zivilisten verletzt ...

Ghazni/Kabul (APA/dpa) - Bei Gefechten zwischen Armee und Taliban in der ostafghanischen Stadt Ghazni sind mehr als 100 Zivilisten verletzt oder getötet worden. Dies gab die UNO-Agentur zur Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) in einem in der Nacht auf Dienstag veröffentlichten Bericht bekannt. Konkreter war die Rede von 110 bis 150 - allerdings müssten diese Zahlen noch überprüft werden.

Die afghanische Regierung hatte am gestrigen Montag von 130 Toten bei den mehrtägigen Kämpfen gesprochen, darunter 30 Zivilisten und 100 Sicherheitskräfte.

Die Gefechte in Ghazni verlagerten sich am Dienstag aus dem Zentrum auf die Außenbezirke der Stadt. Kämpfer der radikalislamischen Taliban hätten sich großteils auf Positionen in den Randbezirken der Stadt zurückgezogen, sagte Nazir Ahmad Fakiri, ein Mitglied des Provinzrats. Die Kämpfe im Zentrum seien weitgehend abgeflaut und die Regierung habe ihre Kontrolle dementsprechend wieder ausbauen können.

Allerdings seien die Fortschritte der Regierungskräfte sehr langsam, sagte ein Senator von Ghazni, Mohammed Rahim Hasanjar. „Die Sicherheitskräfte bewegen sich nur sehr vorsichtig vorwärts“, sagte Hasanjar. Er vermute, um zivile Opfer zu vermeiden.

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Am Freitag hatten mehrere Hundert Taliban-Kämpfer Ghazni von verschiedenen Seiten überfallen. Der Angriff auf die Stadt Ghazni war der zweite auf eine Provinzhauptstadt in Afghanistan in diesem Jahr. Die Taliban beherrschen laut Militärangaben knapp 14 Prozent des Landes, 30 Prozent seien umkämpft.


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