Migration - London will Rettungsschiff „Aquarius“ nicht aufnehmen

London/Rom (APA/dpa) - Vier Tage nach der Rettung von 141 Personen wartet das Schiff „Aquarius“ am Dienstag weiter auf die Zuweisung eines s...

London/Rom (APA/dpa) - Vier Tage nach der Rettung von 141 Personen wartet das Schiff „Aquarius“ am Dienstag weiter auf die Zuweisung eines sicheren Hafens. Die EU-Partner schoben sich gegenseitig die Verantwortung für die Geretteten zu: Nach Italien, Malta, Spanien und Frankreich machte auch die britische Regierung klar, dass sie sich nicht in der Pflicht sieht, die Anlandung zu garantieren.

Es sei gängig, dass die regionale Seenotrettungsleitstelle in Abstimmung mit dem Kapitän die Anlandung an einem nahe gelegenen sicheren Hafen organisiere, erklärte eine britische Regierungssprecherin auf Anfrage. Rom hatte London zuvor aufgefordert, seiner Verantwortung für den Schutz der Schiffbrüchigen nachzukommen, denn das Schiff fahre unter der Flagge Gibraltars. Das britische Überseegebiet liegt an Spaniens Südküste.

Um die Gemengelage noch komplizierter zu machen, erreichte die Seenotretter von SOS Mediterranee und Ärzte ohne Grenzen (MSF) die Nachricht, dass Gibraltar dem Schiff die Flagge entziehen wolle. SOS Mediterranee, die das Schiff gechartert hat, legte Einspruch ein und warf Gibraltar vor, politische Absichten zu verfolgen. In den vergangenen zwei Jahren habe die Organisation alle Anforderungen des Flaggenstaats erfüllt. Über Mängel sei nie berichtet worden. Für den Nachmittag ist eine Pressekonferenz in Paris angekündigt.

Große Sorgen bereitet den Helfern die Vielzahl an unbegleiteten Minderjährigen an Bord. „Viele von ihnen sind chronisch mangelernährt, was wir auf die Haftbedingungen in Libyen zurückführen, wo die meisten keinen Zugang zu ausreichend Nahrung hatten“, sagte eine Sprecherin.

TT-ePaper gratis testen und 5 x 1.000 € Geburtstagsgeld gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt testen
TT ePaperTT ePaper

Kommentieren