Venezuelas Präsident schränkt Verkauf von verbilligtem Benzin ein

Caracas (APA/AFP) - Venezuelas Präsident Nicolas Maduro schränkt den Verkauf von subventioniertem Benzin ein. Verbilligter Treibstoff werde ...

Caracas (APA/AFP) - Venezuelas Präsident Nicolas Maduro schränkt den Verkauf von subventioniertem Benzin ein. Verbilligter Treibstoff werde künftig nur noch an Venezolaner mit Anspruch auf staatliche Hilfen verkauft, kündigte Maduro am Montag an. Venezolaner, die nicht die sogenannte Vaterlandskarte vorweisen können, müssten für Benzin künftig den „internationalen“ Preis bezahlen.

Die Vaterlandskarte ist in Venezuela die Voraussetzung für den Bezug staatlicher Hilfen. Von der Opposition wird sie als Mittel zur politischen und sozialen Kontrolle kritisiert.

Bisher hatte die sozialistische Regierung die Benzinpreise für alle Venezolaner stark subventioniert. Die niedrigen Preise hätten aber zu einem groß angelegten Schmuggel in Nachbarländer wie Kolumbien geführt, sagte Maduro. Venezuela gingen dadurch jedes Jahr umgerechnet 15,8 Mrd. Euro verloren.

In dem ölreichen südamerikanischen Land kostet ein Liter Benzin bisher einen Bolivar - das ist fast nichts. Für einen auf dem Schwarzmarkt getauschten Dollar wären fünf Mio. Liter Benzin zu haben. Zum internationalen Preis wäre Benzin für die meisten Venezolaner aber nicht erschwinglich: Das Durchschnittseinkommen liegt derzeit bei einem Dollar pro Monat. Dafür können sich die Venezolaner gerade einmal ein Kilo Hühnchenfleisch kaufen.

Venezuela steckt infolge von Ölpreisverfall und Misswirtschaft in einer tiefen Wirtschaftskrise, die Inflation ist außer Kontrolle geraten. Nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) könnte die Geldentwertung in diesem Jahr eine Million Prozent erreichen. Die Hyperinflation, Knappheit bei Nahrungsmitteln und Medikamenten sowie Engpässe bei der Strom- und Wasserversorgung machen vielen Venezolanern zu schaffen.

Die Opposition macht Maduro für die Wirtschaftskrise verantwortlich. Sie wirft ihm außerdem vor, die Demokratie in Venezuela auszuhebeln. Nach monatelangen Protesten der Opposition im vergangenen Jahr, bei denen 125 Menschen getötet worden waren, hatte Maduro durch eine Verfassunggebende Versammlung de facto das Parlament ausgehebelt, in dem die Opposition die Mehrheit hatte.


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