„Wälder bieten Lebensraum für ein paar Wölfe“

Der Landecker Bezirkssprecher der Grünen sieht Platz für „einige Wölfe in unseren Wäldern“. Almbauern wehren sich heftig gegen die Rückkehr der Beutegreifer.

© dpa/dpaweb

Landeck –„Unsere Wälder bieten genug Lebensraum für einige Wölfe.“ Das erklärte Wolfgang Egg, Grünen-Sprecher im Bezirk Landeck, nach der jüngsten Wolfssichtung im Urgtal bei Fiss. Wobei sich Egg nicht als „Schwarz-Weiß-Maler“ outen will. „Bei der Rückkehr der Wölfe leben zwei Seelen in meiner Brust“, sagt er. Einerseits freue ihn die Rückkehr, „andererseits erkenne ich die Probleme, die damit auf uns und unsere Almbauern zukommen“.

Dass die Almwirtschaft durch ein paar Wölfe zusammenbricht, die Jagd damit uninteressant werden soll und die Tiere nach Menschenblut lechzen, halte er für ‚stark übertrieben‘. Da Meister Isegrim sein riesiges Revier heftig verteidigen würde, sei ein starkes Anwachsen der Population unmöglich. Der Wolf verhalte sich opportunistisch, er jage schwache und kranke Tiere – in der Regel Rehe. Wichtig sei, so Egg, „dass er die Scheu nicht verliert“.

Die von Tirols Landesregierung kürzlich eingerichtete „Steuerungsgruppe für Herdenschutz und große Beutegreifer“ sei zu begrüßen. „Sinnvolle und wirksame Herdenschutzmaßnahmen wie Behirtung, Elektrozäune oder Herdenschutzhunde sollen entwickelt werden.“ Egg empfiehlt einen Blick in die Schweiz, „wo ein Wolfsrudel im Calanda-Gebirge lebt. Gleichzeitig weiden dort 500 Schafe, bewacht von Herdenschutzhunden.“ Risse seien bisher nicht bekannt.

„Der Wolf hat ein Lebensrecht und steht unter strengem Schutz. Wir Alpenbewohner werden ihm das Lebensrecht nicht absprechen“, resümiert der Grünen-Bezirkssprecher.

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Bäuerliche Funktionäre wie der Obmann des Tiroler Almwirtschaftsvereins, Josef Lanzinger, teilt die Ansichten der Grünen-Politiker nicht. In Serfaus erklärte Lanzinger kürzlich: „Der Wolf wird ein Riesenproblem für die Almwirtschaft. Fiss ist leider davon betroffen. Almwirtschaft und Wolf, das funktioniert nicht.“ Im dicht besiedelten und touristisch genutzten Ostalpenraum habe der Wolf keinen Platz. Diesen Standpunkt würden auch Nationalpark-Experten in den USA teilen. Johannes Rainalter von der Bauernkammer Landeck erklärte bei einem Diskussionsabend heuer in Zams: „Sollte ein Wolf bei mir Almtiere reißen, dann macht er das nur einmal.“ (hwe)


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