Hall will kein Glyphosat auf Pachtflächen

Der Einsatz von Glyphosat soll auf verpachteten Flächen der Stadt Hall und der Hall AG künftig vertraglich untersagt werden.

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Hall –Das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat bleibt in Europa auch weiterhin zugelassen. Hunderte Kommunen in Österreich verzichten bei Gemeindearbeiten aber bereits auf das Herbizid. So auch Hall: Im eigenen Wirkungsbereich der Stadt (Bauhof, Gärtnerei) wie auch der 100-Prozent-Tochter Hall AG „sind wir schon vollständig glyphosatfrei“, betont BM Eva Posch (VP).

Die Liste „Für Hall“ hatte zuletzt aber weitere Schritte eingemahnt: Bei Grundstücken der Stadt und der Hall AG, die zur Verpachtung oder Verpachtungsverlängerung gelangen, solle vertraglich verankert werden, dass der Einsatz „gesundheits- oder umweltschädlicher Pestizide“ dort untersagt ist, fordert die Liste in einem im Juni eingebrachten Antrag. Die Begründung: „Viele mit Pestiziden behandelte Felder in Hall“ würden „unmittelbar an Wohngebiete angrenzen“, so Vize-BM Wolfgang Tscherner.

Auf Anweisung von BM Posch sind nun Maßnahmen in genau diese Richtung geplant: Bei neuen Pachtverhältnissen bzw. Verlängerungen werde man „hineinschreiben, dass der Einsatz von Glyphosat nicht gestattet ist“, erklärt Posch im TT-Gespräch.

Was aktuell vermietete und verpachtete Flächen von Hall AG und Stadt angeht, könne man in bestehende Pachtverhältnisse nicht direkt eingreifen, ergänzt Posch. Hier werde man die Pächter aber „in nächster Zeit“ darauf hinweisen, dass der Einsatz von Glyphosat „nicht erwünscht“ sei.

„Bei uns im Gemüsebau ist Glyphosat grundsätzlich kein Thema“, meint Christian Braito, Geschäftsführer der 5er Gemüseland Tirol GmbH in Hall. „Auf den Feldern selbst, wo Gemüse angebaut wird, wird kein Glyphosat verwendet“, es komme nur „in seltensten Fällen“ im Bereich von Böschungen und Randstreifen zum Einsatz. Faktum sei aber auch, dass Glyphosat „momentan noch zulässig ist“.

Im Bereich der Haller Fassergasse wäre laut Braito ein von einem der Bauern des Gemüselandes angepachtetes Grundstück von den neuen Vorgaben der Stadt betroffen. „Wenn der Verpächter das in künftigen Verträgen vorgibt, akzeptieren wir das.“ (md)


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