Nigers Präsident fordert mehr Hilfe im Kampf gegen illegale Migration

Meseberg (APA/Reuters) - Nigers Präsident Mahamadou Issoufou hat mehr Hilfe Europas im Kampf gegen die illegale Migration und die Entwicklun...

Meseberg (APA/Reuters) - Nigers Präsident Mahamadou Issoufou hat mehr Hilfe Europas im Kampf gegen die illegale Migration und die Entwicklung seines Landes gefordert. Vor einem Treffen mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel in Meseberg sagte Issoufou, mehr Hilfe sei etwa in den Bereichen Bildung, Sicherheit, Ernährung, lokale Verwaltung, Gesundheit und beim Kampf gegen das Bevölkerungswachstum nötig.

Ausdrücklich stellte er einen Zusammenhang zum Kampf des Transitlandes gegen illegale Migration her. Dort habe es große gemeinsame Erfolge gegeben. „So konnte seit 2016 die illegale Migration um mehr als 90 Prozent gesenkt werden, von rund 100.000 pro Jahr auf rund 10.000“, sagte er.

Viele afrikanische Migranten und Flüchtlinge kamen durch den Niger nach Libyen, um von dort über das Mittelmeer in die EU zu gelangen. Deutschland, Frankreich, Italien und die EU helfen dem Land deshalb seit 2016, um gegen Schlepper vorzugehen.

Merkel lobte die Anstrengungen des zweitärmsten Landes der Welt und sagte weitere Hilfszahlungen zu. Im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit habe man die Zuwendungen bereits mehr als verdoppelt. Der Kampf gegen illegale Migration gelinge nur, wenn gleichzeitig der Bevölkerung in Niger und der Sahelzone „Perspektiven für die eigene wirtschaftliche Entwicklung“ geboten würden, betonte die deutsche Regierungschefin.

Es gebe Erfolge auch im Kampf gegen Terrorismus, sagte Issoufou. Das Land sei dabei im Süden von der islamistischen Miliz Boko Haram bedroht, im Westen von islamistischen Gruppen, die aus dem Nachbarland Mali über die Grenze kämen. „Boko Haram ist geschwächt worden, leistet aber nach wie vor Widerstand“, sagte der Präsident und verwies auf das gemeinsame Vorgehen mit Nachbarländern wie dem Tschad und Nigeria.


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