Hunderte demonstrieren in Moskau für inhaftierte Jugendliche

Moskau (APA/AFP) - In Moskau haben hunderte Menschen für die Freilassung von zwei wegen des Vorwurfs des Extremismus inhaftierten Jugendlich...

Moskau (APA/AFP) - In Moskau haben hunderte Menschen für die Freilassung von zwei wegen des Vorwurfs des Extremismus inhaftierten Jugendlichen demonstriert. Die Teilnehmer der Kundgebung in der russischen Hauptstadt forderten am Mittwoch, dass die 18-jährige Anna Pawlikowa und die 19-jährige Maria Dubowik nach fast fünf Monaten aus der Untersuchungshaft entlassen und stattdessen unter Hausarrest gestellt werden.

Die Behörden legen den beiden jungen Frauen zur Last, zusammen mit acht weiteren Verdächtigen eine „extremistischen Organisation“ aufgebaut zu haben. Die Verdächtigen waren zum Zeitpunkt der Festnahme zwischen 17 und 30 Jahre alt. Ihnen drohen im Fall einer Verurteilung bis zu zwölf Jahre Haft. In Russland können Angeklagte ab 16 Jahren wegen „Extremismus“ verurteilt werden.

Zahlreiche Teilnehmer trugen bei der Demonstration mit dem Titel „Marsch der Mütter“ Stofftiere mit sich. „Ich bin schockiert von der Tatsache, dass die Behörden mit ihren schmutzigen Hände sogar nach den Kindern greifen“, sagte eine 48-jährige Demonstrantin.

Nach Angaben von Anwälten und Angehörigen der Jugendlichen hat sich deren Gesundheitszustand in der Haft zuletzt verschlechtert. Anna Pawlikowa leide unter Panikattacken, Entzündungen und teilweisem Gehörverlust. Bei Maria Dubowik sei ein Tumor entdeckt worden.

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Der Anwalt eines der beiden Teenager beschuldigte die russischen Geheimdienste, an der Bildung der „extremistischen Organisation“ beteiligt gewesen zu sein. Sie hätten Texte verfasst und Schießübungen finanziert, sagte Maxim Paschkow. Ziel der Gruppe sei es gewesen, „Russland seine alte Größe wiederzugegeben“. Mittlerweile fehle von den Agenten jedoch jede Spur, auch in der Anklage tauchten sie nicht auf.

Russland geht seit einiger Zeit verstärkt gegen Jugendliche wegen des Vorwurfs des „Extremismus“ vor. Dabei zielen die Behörden insbesondere auf Äußerungen in den sozialen Online-Netzwerken.


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