Willi-Brief an Mandatare: Ziemlich beste Brieffreunde

Der Schlagabtausch in der Koalition um die Vorbehaltsflächen geht weiter: Harsche FI-Antwort auf Brief von BM Georg Willi.

Innsbrucks Bürgermeister Georg Willi.
© Thomas Boehm / TT

Von Marco Witting

Innsbruck –Von wegen die Menschen schreiben keine Briefe mehr. In der Innsbrucker Stadtregierung wird in diesem Sommer gerne und oft in die Tasten gehauen – zahlreiche Brieflein werden verfasst. Nach dem offenen Brief von BM Georg Willi (Grüne) zu den Vorbehaltsflächen an die Gemeinderäte – gibt es jetzt schon die ersten Antworten. Der Ton darin ist durchaus rau.

Das zeigt sich besonders in einem internen Antwortschreiben der Für-Innsbruck-Fraktion an Georg Willi, das der TT zugespielt wurde. Daran handelt sich der Bürgermeister erneut eine Abfuhr rund um die Vorbehaltsfläche ein. Vize-Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer (FI) und ihr Team bedanken sich darin zwar artig für Willis Schrei­ben (die TT berichtete), dass dies aber auch an die Medien erging, sieht Oppitz-Plörer „für eine gedeihliche Zusammenarbeit innerhalb des Gemeinderates nicht unbedingt förderlich“.

Wie berichtet, haben FI, ÖVP, NEOS, Liste Fritz und Gerechtes Innsbruck den Plänen des Bürgermeisters ja schon eine Absage erteilt. Bei Für Innsbruck sieht man in dem Brief aber ein „Ultimatum“, zu dem von den Mandataren zurückgemeldet werden soll, wie man gedenkt abzustimmen. „Wenn das Thema eine derart große Wichtigkeit hat, wäre ein Sondergemeinderat das geeignetere Mittel, ein verlässlicheres Stimmungsbild zu erhalten. Wir von Für Innsbruck sind der Meinung, dass mit Drohungen und Ultimaten jedenfalls keine einzige Wohnung gebaut wird“, heißt es in dem Schreiben an Willi weiter.

Auf insgesamt fünf Seiten führt die Fraktion etliche Punkte aus, warum man gegen die Pläne des Bürgermeisters ist. Unter anderem geht man auch auf die Rolle der Grünen in der vergangenen Periode ein. „Der Hinweis, dass wir als Stadt bei der Überarbeitung des Öroko (Anm. Öffentliches Raumordnungskonzept) säumig wären, haben wir zur Kenntnis genommen. „Wir gehen auch davon aus, dass das bei den Grünen intern – dort liegt die Ressortverantwortung schließlich seit 2012 – auch selbstkritisch beurteilt wird.“ Es gebe erhebliche rechtliche Bedenken gegen dieses rückwirkende Instrument.

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Im letzten Absatz des Schreibens wird Willi direkt angesprochen. „Zahlreiche Innsbrucker Familien brauchen jetzt ein Dach über dem Kopf, welches sie sich leisten können“, heißt es von Oppitz-Plörer und ihrer Fraktion. „Machen wir in der Diskussion einen Neustart und diskutieren wir über jene Flächen, die wir sehr rasch bebauen können.“ Abschließend wird es doch noch versöhnlich: „Gehen wir diesen Weg im Sinne unserer Bürger gemeinsam.“


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