“Meg“: Humorbefreit in seichtem Gewässer

Der Sommerblockbuster „Meg“ nimmt die Hatz auf einen Riesenhai leider bierernst.

Ausnahmezustand vor der chinesischen Küste: Der urzeitliche Megalodon, kurz Meg, pflügt sich durch Badende. Aber: Rettung ist nah.Foto: Warner

Innsbruck –Der blutrünstige Hai ist eine der einträglichsten Erfindungen des Kinos. Und eine der nachhaltigsten. Seit Steven Spielberg anno 1975 seinen „Weißen Hai“ in küstennahem Gewässer wüten ließ, zählt der Schrecken aus der Tiefe zum Inventar sommerlicher Lichtspielverlustierung.

Wirklich ernst zu nehmen sind die jüngsten Vertreter des Hai-Films – etwa die von Kennern gehobenen Unsinns geschätzte „Sharknado“-Reihe, die Haie und klimatische Ausnahmeerscheinungen zusammenkocht – nicht. Und genau darin liegt das Problem von „Meg“, der nach einem überraschend erfolgreichen US-Start nun auch hierzulande durchs seichte Gewässer pflügt. „Meg“ nimmt sich ernst. Verdammt ernst sogar. Der Film ist nicht einmal unfreiwillig komisch.

Dabei wären die Voraussetzungen für großformatigen Quatsch bestens: Ein Megalodon, also ein riesiges Unterwasser-Urviech, sorgt an chinesischen Badestränden für Ausnahmezustand. Eine Gruppe maritimer Schädlingsbekämpfer um den grimmig dreinschauenden Taylor (Jason Statham) soll gröberes Unheil abwenden – mit martialische­n Mitteln. Aus dieser Anlage ließe sich kurzweiliger Blödsinn zimmern, aber Regisseur Jon Turteltaub nützte sein 130-Millionen-Dollar-Budget für bierernste Blicke und grindige Digital-Effekte. (jole)

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