Verband sagt Restmüll in der Kloschüssel Kampf an

Unterwäsche, Nachthemden, Strumpfhosen und zuletzt vor allem Feuchttücher bereiten Pumpen und Klärwerk arge Probleme.

© Paschinger

Von Alexander Paschinger

Imst –Die Bitte, keine WC-Pflege- und Feuchttücher über die Toilette zu entsorgen, wird in den zehn Gemeinden des Abwasserverbandes Imst-Gurgltal immer dringender. Die Gemeinden versuchen, Bewusstsein zu schaffen: In Imst etwa mittels eines Postwurfes, in Karrösten gab es im Gemeindeblatt eine Rubrik „Zum Nachdenken“. Allein – noch fruchtet die Bewusstseinsbildung nicht völlig. „Der Restmüll gehört nicht in die Kloschüssel“, sagt Verbandsobmann Willi Schatz, der Bürgermeister von Karres. Denn im Kanalsystem bereitet er vor allem bei den Pumpanlagen große Probleme, die auch zu Schäden und Ausfällen führen können.

Davon kann der Dorfchef von Karrösten, Ossi Krabacher, ein Lied singen. „Immer wieder fallen die Abwasserpumpen – speziell im Bereich Königskapelle – aus, sodass Teile der Anlage erneuert werden müssen, was erhebliche Kosten mit sich bringt“, teilte er im jüngsten Rundschreiben der Gemeinde mit. „Die Schneidwerke werden kaputt, wenn solche Feuchttücher und anderer Restmüll hineingeraten.“

„Diese Feuchttücher haben oft die Konsistenz wie eine Strumpfhose“, weiß Verbands­obmann Schatz aus Gesprächen mit dem Geschäftsführer und Betriebsleiter der Abwasseranlage Imst-Gurgltal, Harald Lugsteiner. Dessen Mitarbeiter müssen manchmal in der Nacht ausrücken, wie Thomas Thurner, zudem Vizebürgermeister von Mils, berichtet: „Da kannst du schon auch um 3 Uhr nachts aufstehen, weil eine Unterhose eine Störung verursacht.“ Und da heißt es raus, weil „bei einem Unwetter sonst noch alles übergehen kann“.

Thurner sieht nicht nur die derzeit so in Diskussion gerateten Feuchttücher: „Da gibt es eben Unterhosen, Nachthemden, Strumpfhosen, Hygieneartikel – es ist in den letzten Jahren mehr geworden“, so seine Erfahrung. Die Imster Anlage hat täglich an die 7000 m³ Abwasser aus den zehn Verbandsgemeinden zu behandeln. „Im Rechen bleiben bei uns jährlich an die 60 Tonnen Material hängen, das weiter entsorgt werden muss.“ Davon würde er rund 40 bis 50 Prozent dem Restmüll zurechnen. Er sieht als Lokalpolitiker einen Zusammenhang zwischen Einführung von Wiegesystemen und Zunahme von Restmüll im Kanal. „Unser Appell ist, im Bad einen Restmüllkübel aufzustellen und nicht über die Kloschüssel zu entsorgen.“

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Auch Schatz ist überzeugt, dass man weiter aktiv Bewusstseinsbildung betreiben müsse: Das Augenmerk werde man auf die Verbandsgemeinden richten und woher das Material komme: „Und darauf werden wir entsprechend reagieren müssen.“


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