Kössen setzt auf Ortsmarketing

Wie im Masterplan „Kössen 2030“ vorgesehen, soll nun nach der neuen Dachmarkenerstellung die Stelle für das Ortsmarketing ausgeschrieben werden. Für 2019 steht die Sanierung der Alleestraße auf dem Programm.

© Tourismusverband Kaiserwinkl.

Von Michael Mader

Kössen –Groß war im Vorjahr das Interesse der Bevölkerung von Kössen, am Ortsentwicklungsprozess „Kössen 2030“ mitzuarbeiten: War schon der Rücklauf bei der Fragebogenaktion durch die Beraterfirma CIMA mit 25 Prozent der Haushalte hoch, durfte sich Ortschef Reinhold Flörl auch bei der Auftaktveranstaltung „Zukunftswerkstatt“ sowie den vier darauffolgenden Workshops über eine große Anzahl an Besuchern freuen. Insgesamt haben im Rahmen der Bürgerbeteiligung rund 160 Personen mitgearbeitet.

Für das Leitbild ergab sich eine Vielzahl an Themengebieten wie Image und Öffentlichkeitsarbeit, Gestaltung des Dorfzentrums und Verkehr, Tourismus und Freitzeitinfrastruktur, Wirtschaft, Landwirtschaft und Naturraum, Soziales, Kultur und Raumordnung.

Erste Vorschläge, wie etwa die Neuaufstellung der Dachmarke, wurden bereits umgesetzt. „Während die Öffentlichkeitsarbeit von Wirtschaftsbetrieben fast immer einem einheitlichen Corporate Design folgt, zeigt sich der Werbeauftritt von Gemeinden meist als bunter Mix verschiedener Gestaltungsformen von Logos, Plakaten und anderen Werbemitteln“, heißt es dazu seitens CIMA. „Deswegen haben wir einen Wettbewerb ausgeschrieben, den die Agentur ,Die Wilden Kaiser‘ gewonnen hat. Sie hat uns ein neues Logo kreiert, mit dem u. a. alle Schriftstücke versehen sind. Auch die Kössener Vereine zum Beispiel verwenden das Logo“, erklärt Bürgermeister Flörl im Gespräch mit der Tiroler Tageszeitung. Das einheitliche Design der vielen verschiedenen, in der Öffentlichkeit sichtbaren Werbeträger soll laut CIMA dazu beitragen, die „Marke Kössen“ besser zu etablieren und einen starken Wiedererkennungseffekt zu erzeugen. Ein einheitliches Dachmarkenkonzept soll in weiterer Folge auch die Basis für verschiedene Aktivitäten des Ortsmarketings sowie für den Aufbau eines integrierten Beschilderungs- bzw. Leitsystems darstellen.

In Bezug auf ein Ortsmarketing ist die Gemeinde gerade dabei, die Aufgaben und die Tätigkeitsfelder zu definieren. „Wir wollen die Stelle dann ausschreiben“, sagt Flörl. Das empfiehlt auch Projektleiter Stefan Lettner (CIMA): „Wie die Erfahrungen aus anderen Gemeinden zeigen, benötigt ein erfolgreiches und vor allem nachhaltig funktionierendes Ortsmarketing eine feste Organisationsstruktur sowie gesicherte finanzielle und personelle Ressourcen. In den meisten Fällen reichen ehrenamtliche Tätigkeiten nicht aus, es braucht einen Organisator bzw. Kümmerer vor Ort, der die Aktivitäten koordiniert und umsetzt.“ Natürlich sei das aber auch eine finanzielle Frage. Je nach Grad der Professionalisierung ist mit 60.000 bis 100.000 Euro pro Jahr für ein Ortsmarketing zu rechnen.

Ebenfalls in Angriff genommen wird ein Beschilderungscheck. „Wir überprüfen alle Arten der Beschilderung auf ihre Notwendigkeit“, weiß Flörl. Die Hauptzielsetzung eines aufeinander abgestimmten, umfassenden Beschilderungs- und Leitsystems liegt laut Leitbild darin, vor allem nicht ortskundige Besucher, Gäste oder Kunden effizient zu ihren Zielen zu leiten, um damit eine Verringerung des „Sucherverkehrs“ zu erreichen. Dazu gehöre auch die Informationsreduzierung an neuralgisch wichtigen Verkehrspunkten. Dies könne durch Standortveränderungen, als auch durch vereinfachte und vereinheitlichte Gestaltung erreicht werden. Ein ganzheitliches Beschilderungsleitsystem umfasse in der Regel neben einer Leitfunktion für die Parkplätze auch öffentliche und freizeitorientierte Ziele sowie Gewerbe- und Tourismusbetriebe.

„Wir sind mit unseren Hausaufgaben schon sehr weit fortgeschritten. Im nächsten Jahr wollen wir dann die Alleestraße sanieren. Da sind rund 800 Meter der Oberfläche vom Hochwasser stark in Mitleidenschaft gezogen worden“, betont der Bürgermeister.

Während der Wettbewerb mit Unterstützung der Dorferneuerung des Landes Tirol für ein Pflegeheim mit der Gemeinde Schwendt gerade läuft, soll noch heuer ein Begegnungszonencheck in Kössen durchgeführt werden. Mit dieser vom Land Tirol geförderten Untersuchung werden die Rahmenbedingungen und Voraussetzungen für Begegnungszonen analysiert sowie Sinnhaftigkeit und Umsetzungsmöglichkeiten hinterfragt. Flörl: „Es gibt Flächen in der Gemeinde, die tauglich sind bzw. zwingend umgestaltet gehören. Wir wollen aber niemanden aus dem Ortskern verbannen.“


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