Geiseldrama von Gladbeck - Zweifel an Resozialisierbarkeit der Täter

Heilbronn (APA/AFP) - 30 Jahre nach der Geiselnahme von Gladbeck hat der damalige Polizeieinsatzleiter Winrich Granitzka die Resozialisierba...

Heilbronn (APA/AFP) - 30 Jahre nach der Geiselnahme von Gladbeck hat der damalige Polizeieinsatzleiter Winrich Granitzka die Resozialisierbarkeit der Täter Hans-Jürgen Rösner und Dieter Degowski bezweifelt. „Ich bin kein Richter und akzeptiere unsere Gesetzeslage, aber ich finde die Freilassung von Degowski nicht richtig“, sagte der 75-Jährige der „Heilbronner Stimme“ vom Donnerstag.

Degowski war Anfang des Jahres entlassen worden, Rösner sitzt dagegen weiter in Haft. Der Vorsitzende Richter im damaligen Strafprozess gegen Rösner und Degowski, Rudolf Esders, sieht dagegen durchaus Chancen auf einen Neustart nach der Haft. „Die beiden sind ja nun älter geworden“, sagte er den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschlands. Er habe deren weiteren Weg aber nicht verfolgt, betonte er. Wenn die zuständige Vollstreckungskammer bei Degowski zu dieser Entscheidung gekommen sei, werde dies jedoch „wohl richtig sein“.

Nach einem Banküberfall am 16. August 1988 in der Ruhrgebietsstadt Gladbeck waren Rösner und Degowski mit wechselnden Geiseln 54 Stunden lang durch Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bremen und die Niederlande gefahren. Dabei wurden zwei junge Geiseln getötet, ein Polizist starb während des Einsatzes bei einem Verkehrsunfall.

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